Telemedizin

Umfrage: Viele Verbraucher offen für Tele-Apotheker APOTHEKE ADHOC, 22.09.2021 14:23 Uhr

DatamedIQ, das Gemeinschaftsunternehmen von Shop Apotheke und Zur Rose, hat bei Verbraucher:innen abgefragt, welche telemedizinischen Angebote sie in Anspruch nehmen würden. Foto: shutterstock.com/ Fizkes
Berlin - 

Der Versandanteil wächst, doch ausschlaggebendes Argument für viele Kund:innen ist nach wie vor der Preis. Entsprechend hoch ist die Fluktuation im Versandhandel – während sich die Apotheken vor Ort durch Beratung profilieren. Wie lässt sich das ändern, wollten die Marktforscher von DatamedIQ im Vorfeld der Einführung des E-Rezepts wissen. Das Gemeinschaftsunternehmen von Shop Apotheke und Zur Rose hat bei Verbraucher:innen abgefragt, welche telemedizinischen Angebote sie in Anspruch nehmen würden.

Mit der Einführung des E-Rezepts ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Kundenbindung – Stichwort: Gesundheitsplattform. Zur Rose und Shop Apotheke arbeiten an entsprechenden Konzepten, um künftig auch Chroniker zu erreichen, die mehr auf Convenience und eine gute Beratung aus sind als auf Schnäppchen. Aber sind die Menschen überhaupt offen für entsprechende Angebote? Das wollte DatamedIQ wissen und hat 1000 Verbraucher:innen durch Appinio befragen lassen.

22 Prozent der Befragten haben schon einmal verschreibungsfreie Medikamente im Versandhandel bestellt, 9 Prozent sogar Rezepte online eingereicht. Weitere 59 beziehungsweise 56 Prozent können sich das vorstellen. Zur Bestandsaufnahme gehört aber auch, dass 49 Prozent der Online-Shopper wechseln und nur 41 Prozent ihrer jeweiligen Versandapotheke treu sind. Ausschlaggebendes Argument ist in der Regel der Preis (80 Prozent), während 28 Prozent sich den Weg zur Apotheke ersparen wollen.

Bei der Beratung zu Arzneimitteln im Zusammenhang mit gesundheitlichen Beschwerden sind Ärztin oder der Arzt die wichtigste Anlaufstelle: 53 Prozent gaben an, sich in der Praxis zu informieren, während 17 Prozent in die Apotheke gehen. Die Beratung einer Versandapotheke nutzen demnach nur 6 Prozent – das ist weniger als Google (15 Prozent) und Freunde/Bekannte (9 Prozent) vorweisen können.

Entsprechend werden Ärzt:innen im Hinblick auf die Empfehlung von Medikamenten von 92 Prozent als vertrauenswürdig angesehen, die Apotheke vor Ort von 88 Prozent. Die Online-Apotheken nannten nur 64 Prozent, gleichauf liegen auch hier Freunde/Bekannte (62 Prozent). Deutlich seltener wurden Suchmaschinen genannt (38 Prozent).

Wie können DocMorris & Co. hier aufholen? Laut Umfrage haben sich 90 Prozent der Verbraucher:innen noch nie bei einer Versandapotheke beraten lassen. Umgekehrt können sich 56 Prozent derjenigen, die ein entsprechendes Angebot noch nicht wahrgenommen haben, eine Online-Beratung vorstellen: per Chat (33 Prozent), Telefonat (29 Prozent), Video-Chat (26 Prozent) oder per Mail (13 Prozent).

Jede:r Zweite kann sich laut Umfrage auch vorstellen, eine telemedizinische Behandlung in Anspruch zu nehmen (49 Prozent). Als Argumente werden die Beratung zu Hause (68 Prozent), kürzere Wartezeiten (63 Prozent) und die Möglichkeit, auf mehrere Ärzt:innen zurückzugreifen (33 Prozent), genannt. Bei den Skeptikern spielt vor allem der fehlende persönliche Kontakt (61 Prozent), die weniger genaue Diagnose (49 Prozent) und datenschutzrechtliche Bedenken (18 Prozent) eine Rolle.

28 Prozent nutzen die Möglichkeit, online Termin beim Arzt zu vereinbaren. 29 Prozent haben schon eine App ihrer Krankenkasse genutzt. Gesundheits- und Fitnessapps kommen bei 28 Prozent zum Einsatz. Eine Online-Sprechstunde haben nur 7 Prozent besucht. 42 Prozent haben noch gar keins dieser Angebote genutzt.

Der Healthcare-Report „Konsumentenverhalten im deutschen Arzneimittelmarkt“ wirft einen Blick auf die Corona-getriebene Verlagerung der Konsumenten-Aktivitäten in digitale Kanäle und die Nutzung digitaler Angebote. Die komplette Studie steht hier zum Download bereit.