Pharmamarketing

Tüten für das Pharma-Glück Marion Schneider, 20.10.2017 13:22 Uhr

Berlin - Die Zielgruppe 50plus ist begehrt, bei Konsumgüterherstellern wie bei Arzneimittelproduzenten. Verfügbares Einkommen und viel Freizeit machen die „Best Ager“ zu einer attraktiven Zielgruppe. Wie aber spricht man diese breite Klientel an? „Bloß nicht von der Stange“, sagt Mohammadi Akhabach, Geschäftsführer der Deutschen Seniorenwerbung.

Sein Unternehmen verteilt pro Jahr 325.000 Glückstüten gefüllt mit Pharmapröbchen an „Menschen in der dritten Lebenshälfte“. Die Tüten werden auf ausgesuchten Gesundheits- oder Wellnessmessen von geschultem Personal verteilt. Ziel ist es, die Produkte in einer außergewöhnlichen Situation an den Mann zu bringen. Die Ansprache in der Apotheke sei oft schwierig, da die Leute vom Arzt kämen oder krank seien, erklärt Akhabach. Auf einer Gesundheitsmesse, die sie aus eigenen Stücken besuchten, seien die Kunden gelöster und reagierten darum offener auf die Pröbchen.

„Diese Menschen haben viel Zeit“, so Akhabach. „Sie nehmen die Produkte mit nach Hause, analysieren sie und kaufen sie dann vielleicht.“ Ein Beispiel: Einmal sei eine Frau mit der Magnesiumprobe aus der Glückstüte in die Apotheke gegangen und habe gefragt, ob es das Präparat dort zu kaufen gebe. Über den Apotheker hätten der Außendienst und somit auch der Hersteller davon erfahren.

Der deutschen Seniorenwerbung ist das Feedback der Zielgruppe wichtig, darum wurden bereits Umfragen in den Tüten platziert. Aus diesen Erkenntnissen und den Ergebnissen repräsentativer Studien hat das Unternehmen die Seniorenmatrix erstellt – eine Studie zur Lebenssituation der Generation 50plus. Produktwünsche wurden ebenfalls abgefragt, so landete zum Beispiel der alkoholfreie Piccolosekt von Rotkäppchen in der Tüte.

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