Biotech-Investoren

Strüngmann vs. Hopp: Wettlauf um Corona-Impfstoff

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Eine davon ist der RNA-Impfstoff von BioNTech. Das Mainzer Unternehmen hat gerade vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Genehmigung erhalten, ihren Impfstoff an 200 gesunden Freiwilligen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren zu testen. Es ist die erste klinische Prüfung eines Impfstoffkandidaten gegen Sars-CoV-2 hierzulande; im Vorfeld der Studie wurde das potenzielle Nutzen-Risiko-Profil des Impfstoffkandidaten sorgfältig bewertet. Dieses Verfahren konnte in nur vier Tagen abgewickelt werden, sodass nun die Erprobung mehrerer gering modifizierter Impfstoffvarianten am Menschen starten kann.

BioNTech arbeitet eigentlich an individualisierten, auf einzelne Patienten zugeschnittenen Immuntherapien gegen Krebs und hat mit seinen Forschungen in der Biotech-Branche Aufsehen erregt. Die Firma entstand 2008 in Mainz und hat mittlerweile mehr als 1100 Mitarbeiter weltweit. Im Herbst sammelte BioNTech beim Börsengang in den USA 150 Millionen Dollar ein, weniger als zunächst geplant. Dennoch war BioNTech laut Thomas Strüngmann einer der höchstbewerteten Börsenneulinge im Biotechbereich. Etwas mehr als 50 Prozent der Anteile liegen nach wie vor bei ihm, seinem Bruder und weiteren Mitgliedern der Familie. Jüngst verkündete BioNTech die Übernahme des US-Krebsspezialisten Neon Therapeutics für 67 Millionen Dollar.

Strüngmann kritisiert die Abhängigkeit von Geldgebern aus den USA: Die industrielle Wertschöpfung werde so dauerhaft ins Ausland abwandern. Sein Finanzchef Helmut Jeggle wurde noch deutlicher und bemängelte fehlende politische Unterstützung: BioNTech könne am Standort Rheinland-Pfalz nicht das gleiche staatliche „Bemühen” feststellen, wie es Tesla beim Bau seiner Autofabrik in Brandenburg oder Siemens bei seinem Start-up-Inkubator in Berlin genieße, monierte er im Gespräch mit „Capital“. Gut möglich, dass sich das mit dem Corona-Impfstoff ändert. Im Moment hat die Strüngmann-Familie mit BioNTech hierzulande die Nase vorn.

 

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