Privatgroßhandel

Ebert+Jacobi: Der Niedergang

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Eine interne Lösung im Verbund von Pharma Privat sei keine Option gewesen, sagte Schüller nach der Übernahme: „Wir wollten eine strategisch tragfähige, langfristige Lösung für unsere Betriebe.“ Der Verkauf sei eine „strategische Entscheidung“ gewesen, die sich „vom Marktdruck her entwickelt“ habe. Als die Gespräche konkreter wurden, habe er nicht gezögert.

Noch am 21. Oktober lag ein Sanierungsgutachten vor. Darin bescheinigten die Berater Ebert+Jacobi die Sanierungsfähigkeit; skizziert wurde ein Konzept, mit dem der Turnaround bis Ende 2018 geschafft werden sollte. Fünf Tage später wurde der Vertrag mit der Noweda unterzeichnet.

Experten gehen davon aus, dass die Genehmigung durch das Bundeskartellamt eine reine Formalie ist und dass die Übernahme noch vor dem Jahresende abgeschlossen wird. Dann wäre eine 132-jährige Firmengeschichte zu Ende: Die „Materialwaaren und Droguenhandlung“ war 1884 von Phillip Jacobi und Emil Ebert in Rodach bei Coburg gegründet worden. Kurz darauf wurde der Firmensitz nach Unterfranken verlegt, Ebert verließ das Unternehmen.

1920 übernahmen die Apotheker Fritz Müller und Ludwig Schüller, Schwiegersöhne von Jacobi, die Leitung. 1949 trat mit Friedrich Schüller die dritte Generation an. Der Vater des heutigen Firmenchefs gründete 1964 in Heidenheim die erste Zweigniederlassung. Noch vor seinem Tod im Jahr 1987 kaufte er von einem amerikanischen Unternehmen die hessische Großhandlung Spangropharm, die 1916 vom Apotheker Max Woelm gegründet und mehrfach verkauft worden war.

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