OTC-Hersteller

Wick: Externer Apotheken-Außendienst Patrick Hollstein, 08.10.2014 09:11 Uhr

Berlin - 

Procter & Gamble (P&G) hat seinen Apotheken-Außendienst für die Marke Wick komplett ausgelagert. Seit Oktober ist der Dienstleister Ashfield sowohl mit dem Abverkauf als auch mit den Schulungen betraut. In Schwalbach hofft man, die Sparvorgaben des Mutterkonzerns für eine Vorwärtsbewegung nutzen zu können.

Rund 50 Mitarbeiter sind bei Ashfield exklusiv für Wick tätig. Die Leitung hat bei der ehemaligen Celesio-Tochter Norbert Strümpel übernommen, der schon als Vertriebsleiter für Novartis, Sidroga und SCA (Tena) tätig war.

P&G arbeitet schon seit 2012 mit dem Dienstleister zusammen, der zunächst vor allem mit dem Sell-in betraut war. Die Schulungen hatten bis dahin vor allem Freelancer übernommen.

Durch die Auslagerung wurden dem Vernehmen nach mit einigen Mitarbeitern Aufhebungsverträge geschlossen, andere wechselten innerhalb des Konzerns, beispielsweise in den Außendienst für Zahnärzte.

Wick-Vertriebsleiter Dr. Markus Hammer will den Service mit dem – im Vergleich zu 2012 um 20 Köpfe erweiterten – Team ausbauen und damit auch die Reputation bei den Apotheken verbessern. Insgesamt solle das strategische deutsche Pharmageschäft in einem stabilen, nachhaltigen Modell gestärkt werden.

2012 hatte sich P&G selbst als Vertriebsdienstleister versucht: So sollte der Konzern „umfassendes Konsumentenverständnis und seine Erfahrung im Marketing“ nutzen, um die Kosmetikmarke „Serum7“ in den Apotheken zu platzieren. Ein Jahr lang war die Kooperation vorbereitet worden. P&G hatte auf Vereinbarungen mit Apothekenkooperationen über Erstbevorratungen, den eigenen Wick-Außendienst und eine massive PR-Kampagne in Frauen- und Lifestyle-Magazinen gesetzt.

Während sich die Verkäufe zu Beginn der Neueinführung recht positiv entwickelt haben sollen, gingen sie später zurück: Dem Vernehmen nach hatte P&G trotz Investitionen in Werbemaßnahmen, verstärkter Präsenz des Außendienstes und besseren Konditionen nicht die geforderten Umsätze erzielt. Boots-Chef Stefano Pessina kündigte den Vertrag und beauftragte die Anzag-Tochter „Skills in healthcare“ mit dem Verkauf der Anti-Aging-Hautcrémes.

Das weltweite OTC-Geschäft von P&G gehört seit 2011 zu einem Joint Venture mit Teva, das formal seinen Sitz in der Schweiz hat. Hierzulande treten die Vertriebseinheiten aber – ähnlich wie in den USA – getrennt auf, was mit der starken Präsenz von Ratiopharm zu tun haben dürfte. Bei Persona und Clearblue arbeitet P&G wiederum mit dem US-Medizintechnikhersteller Alere zusammen. 2007 hatten die beiden Konzerne das Joint Venture Swiss Precision Diagnostics (SPD) gegründet.