Hilfsmittelhersteller

Neuer Geschäftsführer bei Ofa APOTHEKE ADHOC, 14.01.2019 17:06 Uhr

Neue Aufgabe: Rainer Kliewe ist seit Januar für das Geschäft von Ofa/Belsana verantwortlich. Foto: Kliewe
Berlin - 

Nach 31 Jahren hat Dr. Hartwig Frinke die Führung des Kompressionsstrumpfherstellers Ofa Bamberg abgegeben. Das Bamberger Unternehmen wird seit Januar von Rainer Kliewe geleitet. Der Sportökonom war zuvor bei Belsana tätig.

Kliewe kennt sich im Hilfsmittelbereich aus. Zuvor war er knapp 28 Jahre bei Belsana tätig, zuletzt als Marketing- und Vertriebsleiter. Er studierte Sportökonomie in Bayreuth und absolvierte bei der R+V Versicherung ein Trainee, bevor er zum Strumpfhersteller wechselte. Die Zweigniederlassung der Ofa stellt Kompressionsstrümpfe apothekenexklusiv her. Das Mutterunternehmen vertreibt die Produkte hauptsächlich an Sanitätshäuser und Orthopädietechnik-Anbieter.

Bei Belsana wird in der Geschäftsleitung das Marketing künftig von Karin Götz verantwortet. Sie ist bereits seit 30 Jahren bei dem Bamberger Hersteller tätig. Die Vertriebsleitung übernahm Simone Schapdick. Sie hatte zuvor die Regionalverkaufsleitung der Region Nord inne und verantwortete fünf Außendienstmitarbeiter. Insgesamt besuchen 24 Belsana-Mitarbeiter Apotheken. Den Bereich Key Account übergibt Kliewe an Angela Mangold-Trümper.

Ofa wurde 1928 von Otto Fankhänel im thüringischen Zeulenroda-Triebes gegründet. Nach dem Krieg zieht die Firma nach Bamberg. 1987 verkaufte der Sohn des Gründers, Karl Fankhänel, den Familienbetrieb an Kendall Healthcare. 1991 wurde Belsana als Tochterfirma in Stettfeld gegründet. Seit 2000 gehören Belsana und Ofa zum nordrhein-westfälischen Beteiligungsunternehmen Indus.

Die fränkische Firma stellt medizinische Kompressionsstrümpfe, Bandagen und Orthesen nach Maß, Stütz- und Reisestrümpfe sowie spezielle Strümpfe für Sportler und Diabetiker her. Weitere Standorte liegen in Maastricht (Nea International) und Glauchau in Sachsen (Esda). Zudem gibt es seit 1994 eine Niederlassung im österreichischen Salzburg. Das Unternehmen erwirtschaftet mit rund 600 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro. Die Produkte werden in rund 40 Länder exportiert.

Belsana erhielt 2016 einen VISION.A Award für Medisoc, eine Online-Auftragserfassung für den Verkauf von Kompressionsstrümpfen. Über die interaktive Bestellsoftware soll die Suche nach dem richtigen Strumpf schneller gehen und weniger fehleranfällig sein. Das Online-Auftragssystem wurde 2010 zur Direktbestellung von Kompressionsstrümpfen entwickelt, die in der Apotheke angemessen werden. Insgesamt etwa 30.000 Produktvarianten sind über Medisoc bestellbar.

Rund 30 Anbieter stellen Kompressionsprodukte her; laut Nielsen machen die fünf größten Marken bei Kompressionsstrümpfen etwa 75 Prozent und bei Stützstrümpfen sogar rund 90 Prozent des Marktes aus. Nur wenige Marken sind apothekenexklusiv, etwa Belsana, Varilind (Deutsche Chefaro) oder die Strümpfe des Herstellers Spring Medical. Compressana beliefert hauptsächlich Apotheken, andere Firmen wie Medi oder Bauerfeind sehen ihren Schwerpunkt dagegen im Sanitätshaus.