Merck stockt Arzneilager auf

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Bei einem Brexit ohne Abkommen mit Brüssel ist die Versorgung mit Arzneien in Großbritannien eine der großen Sorgen. Während das Bundesgesundheitsministerium keine Hinweise auf Medikamenten-Engpässe in Deutschland sieht, gab es in Großbritannien wiederholt Warnungen davor – zuletzt in internen „Yellowhammer“-Dokumenten der Regierung in London. Das Vereinigte Königreich ist einer der größten Abnehmer deutscher Arzneien. Der Pharmahandel mit der EU ist 2018 laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) bereits eingebrochen.

Auch bei der europäischen Arzneikontrolle und -zulassung, die bisher in Großbritannien verankert war, sorgt der Brexit für Turbulenzen. „Die Briten werden bestehende Arzneimittelzulassungen für die EU nicht in Frage stellen“, glaubt Oschmann. Wie es bei künftigen Bewilligungen aussehe, hänge aber von der Art des Brexit ab.

Den Dax-Konzern Merck treibt aber nicht nur der Brexit um, sondern auch der Zollstreit zwischen China und den USA. „Wir spüren den weltweiten Handelskonflikt im Tagesgeschäft kaum, Zölle treffen Merck nur moderat“, sagte Oschmann. Auf geopolitische Risiken reagiere man mit optimierten Lieferketten.

Merck ist stark mit Geschäften in den USA vertreten – gerade seit der Übernahme des Laborausrüsters Sigma-Aldrich 2015. Nun will das 1668 gegründete Familienunternehmen den US-Halbleiterzulieferer Versum für rund 5,8 Milliarden Euro kaufen und ebenso den kalifornischen Materialspezialisten Intermolecular. Mit beiden Übernahmen, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen, zielt Merck auf Geschäfte mit der Chip- und Elektronikindustrie. Angesichts des Trends zur vernetzten Industrie, immer leistungsfähigeren Prozessoren und künstlicher Intelligenz sieht Oschmann hier Wachstumschancen.

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