Klosterfrau: Femannose N bleibt verkehrsfähig

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Basierend auf dem Gutachten von Professor Dr. Uwe Fuhr und Dr. Max Taubert kam das Landgericht Köln zu dem Schluss, dass Femannose aufgrund der Wirkweise der D-Mannose als Arzneimittel einzustufen ist: Der Zucker binde spezifisch an Zellstrukturen von Bakterien und greife somit in deren Physiologie und damit in die pathologischen Abläufe von Harnwegsinfektionen ein. Dies könne im weiteren Sinne als Blockade der Antwort auf ein anderes Agens interpretiert werden. „Insgesamt ist somit die bestimmungsmäßige Wirkung von D-Mannose aus Sicht der Gutachter am ehesten als pharmakologisch einzuordnen.“

Zudem wirke D-Mannose spezifisch auf Bakterien, die FimH (Adhäsin, das E. coli produziert, Protein aus 279 Aminosäuren) auf der Oberfläche tragen. Allein diese Spezifität gebe einen Hinweis darauf, dass die Interaktion nicht physikalisch sei. „Die Interaktion zwischen D-Mannose und FimH auf der Oberfläche von Bakterien ist fraglos eine direkte molekulare Wechselwirkung.“ Diese verhindere die Interaktion zwischen FimH und körpereigenen Zellen und damit die Pathogenese eines Harnwegsinfekts.

Vor Gericht hatte Klosterfrau noch versucht, dem VSW die Klageberechtigung abzusprechend: Der Verein lasse sich vom Cystinol-Hersteller Schaper & Brümmer instrumentalisieren, der wegen eines früheren Vergleichs selbst nicht aktiv werden könne. Doch davon wollten die Richter nichts wissen; von einem Rechtsmissbrauch sei jedenfalls nicht auszugehen.

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