Johannes Burges verstorben

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Da keiner seiner drei Nachkommen in der vierten Generation die Leitung des Unternehmens übernahm, gründete Burges Ende 2018 eine nach ihm benannte privatnützige Stiftung und brachte die Anteile an Hermes ein. Maßgabe für Vorstand und Stiftungsrat ist es, die Firmengruppe in ihrem unternehmerischen Bestand zu erhalten. Der Stiftungszweck darf im Grundsatz nicht verändert werden. Satzungsänderungen sind nur zulässig, sofern es veränderte Verhältnisse geboten erscheinen lassen – etwa weil es keine Erben mehr gibt oder die Steuerlast zu hoch wird.

Die Satzung gibt auch vor, wie mit den Gewinnen aus der Unternehmensgruppe umzugehen ist: Bis zu 80 Prozent der ausgeschütteten Summe sollen künftig genutzt werden, um die laufende Versorgung der Familie zu gewährleisten, weitere 20 Prozent sollen für Ausbildung und Existenzgründung künftiger Generationen vorbehalten sein. Außerdem sollen die bereits bestehende gemeinnützige Hermes-Johannes-Burges-Stiftung gefördert und auch die Grabpflege finanziert werden.

Hermes wurde 1907 zunächst als Teehersteller in München gegründet; 1939 zog die Firma nach Großhesselohe im Süden der Stadt um. Insgesamt beschäftigt die Gruppe heute 750 Mitarbeiter am Hauptsitz, in der österreichischen Zentrale in Wien sowie in den beiden Produktionsstandorten in Wolfratshausen und Wolfsberg/Österreich. Vom Umsatz von zuletzt rund 230 Millionen Euro entfällt knapp die Hälfte auf die Lohnherstellung. Jährlich werden rund 90 Millionen Packungen produziert, vor allem Brausetabletten. Bereits 1960 hatte Hermes die erste Multivitaminbrausetablette auf den Markt gebracht, seit 1989 wird auch für andere Firmen produziert. Noch heute ist das Unternehmen dank eines speziellen Herstellungsverfahrens einer der führenden Lieferanten von Präparaten mit N-Acetylcystein, Macrogol, Calcium und Vitamin D.

Rund 75 Millionen Euro erwirtschaftet die Gruppe mit OTC-Präparaten, davon entfallen 90 Prozent auf das Inland. Zwei Drittel des Umsatzes in deutschen Apotheken entfallen auf hauseigene Marken wie Biolectra, Cevitt, Doc, Optovit und Superpep, ein Drittel steuerten zuletzt Lizenzprodukte wie Anti-Brumm (Vifor), Omron und zuletzt Algovir bei. Mit Betaisodona hat sich Hermes zuletzt ein weiteres Produkt von Mundipharma geschnappt. Jüngster Neuzugang im Portfolio war Aspecton.

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