Lieferengpässe

Ibuprofen: Jetzt wird kontingentiert Carolin Ciulli, 05.11.2018 09:47 Uhr

Berlin - Sie haben Ihr Kontingent erschöpft! Apotheken erhalten Ibuprofen-haltige Arzneimittel angesichts der knappen Verfügbarkeit mittlerweile nur noch in begrenztem Umfang. Sowohl Großhändler als auch Hersteller schränken die Lieferungen ein und kontingentieren. Betroffen sind Rx- und OTC-Präparate. Die Eigenmarken der Apotheken sind noch verfügbar.

Bei den Großhändlern kommt Ibuprofen nur unregelmäßig an. Betroffen ist unter anderem die 50er-Packung von Ibuflam 600 mg von Zentiva. Eine Apotheke aus Süddeutschland konnte zuletzt über ihren Großhändler nur noch auf weniger als fünf Artikel zugreifen. Bei Phoenix wird aktuell laut der Kontingentartikelliste etwa Ibuprofen 600 von AbZ kontingentiert. Der Branchenprimus verweist auf die Momentaufnahme. Das Thema Nichtlieferbarkeit von Arzneimitteln sei vielschichtig, sagt ein Firmensprecher. Aufgrund einer deutlich vermehrten Nachfrage könne die Verfügbarkeit stärker eingeschränkt sein, als zu erwarten war, und der Hersteller könne nicht sofort nachliefern. „Gegenwärtig treten vereinzelt Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Ibuprofen-haltigen Arzneimitteln auf, wobei eine Vielzahl der Artikel nach wie vor lieferbar ist.“

Auch Gehe kontingentiert: „Derzeit erhalten wir von einigen Herstellern weniger Arzneimittel mit dem Wirkstoff, als von den Apotheken nachgefragt wird“, sagt ein Gehe-Sprecher. Betroffen sei vor allem Ibuprofen 600. „Auf Grund dessen sind wir gezwungen, von bestimmten Herstellern Ibuprofen-haltige Arzneimittel in Richtung Apotheke teilweise zu kontingentieren.“ Bei der seit 2015 erhältlichen apothekenpflichtigen Versionen der Eigenmarke „Gesund leben“ gebe es keinen Engpass.

Bei AEP sind Schmerzmittel mit dem Wirkstoff ebenfalls knapp. „Wir erhalten Ibuprofen in sämtlichen Darreichungsformen in völlig unterschiedlichen Mengen“, sagt Geschäftsführer Jens Graefe. Die Situation sei ein „fürchterliches Thema“. Angesichts der angespannten Lage werde Ibuprofen kontingentiert. Apotheken erhielten 20, 30 oder 40 Packungen pro Woche – je nach Kundenstatus.

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