OTC-Medikamente

Grüne sauer wegen „Iberogast-Skandal“ Maria Köpf, 22.02.2018 15:15 Uhr

Schulz-Asche fragte nach: Wie die Bundesregierung die derzeitige Zulassung von Iberogast gegenüber Patienten verantworten könne, wenn die Wirksamkeits-Risiko-Beziehung „zur Zeit faktisch negativ ausfällt“? Wieder antwortete Fischbach: Nach Auskunft des BfArM werde „die Evidenzlage zum gegenwärtigen Zeitpunkt so bewertet, dass derzeit ein weiteres Inverkehrbringen von Iberogast im Hinblick auf die Arzneimittelsicherheit nicht als unvertretbar angesehen wird“.

Für die Grünen-Politikerin ist der Zustand dagegen unhaltbar: „Es ist skandalös, dass eine Arzneimittelbehörde ausdrücklich von der Einnahme eines Arzneimittels abrät und diese wichtigen Informationen den Betroffenen, also vor allem Schwangeren und Kranken, vorenthalten werden.“ Laut Schulz-Asche sagt das BfArM klipp und klar: Iberogast darf von Schwangeren und Stillenden nicht eingenommen werden. „Dass der Hersteller Bayer das nicht in seine Packungsbeilage aufnimmt und sogar auf seinem Internetauftritt im Zusammenhang der Einnahme von Iberogast während der Schwangerschaft die angeblich ‚gute Verträglichkeit‘ des ‚rein pflanzlichen‘ Arzneimittels betont, ist ein Skandal!“

Bayer möge bis zum Ende des laufenden Gerichtsverfahrens rechtlich nicht an den Bescheid des BfArM gebunden sein. „Aber der Patientenschutz muss hier doch ohne Frage im Vordergrund stehen! Und Bayer ist hier ganz klar in der Verantwortung seine Patientinnen und Patienten, die schutzbedürftig sind, offen und transparent über alle möglichen Risiken zu informieren. Stattdessen fährt man Werbekampagnen die eine völlige Unbedenklichkeit suggerieren. Auch dass die Bundesregierung in ihrer Antwort auf unsere schriftliche Frage diesen Missstand nicht selbst anerkennt, ist für mich unbegreiflich.“

Wenn man der Beurteilung des BfArM aus 2008 folge, gehöre Iberogast ohne entsprechende Warnhinweise eigentlich sofort vom Markt genommen. „Stattdessen verdient Bayer munter weiter im dreistelligen Millionenbereich. Das ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten.“

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