Telemedizin ohne „akademische Sklavenarbeit“

Gemeinsame Videokonferenz: Arzt, Patient und Apotheker Tobias Lau, 21.05.2020 11:42 Uhr

„Wir hätten auch nicht erwartet, dass sich in so kurzer Zeit so viel bewegt“, erklärt Roesler. „Covid-19 hat die Realisierung um drei bis fünf Jahre komprimiert.“ Wenig überraschend hat dabei vor allem der kostenlose Zugang zum Videosprechstundenportal die Nutzerzahlen explodieren lassen. Ende Februar habe die DAAG 250 registrierte Ärzte auf ihrer Seite gehabt. „Dafür haben wir zweieinhalb Jahre Entwicklung gebraucht.“ Mittlerweile liege die Zahl bei rund 13.000 Medizinern und Heilmittelerbringern und rund einer Million Videominuten pro Woche. KBV-zertifiziert sind sie, die Ärzte sowieso – die Leistungen sind also alle bereits erstattungsfähig. „Wir haben uns in kürzester Zeit zum Hidden Champion entwickelt“, sagt Roeser. „Deshalb wollen wir jetzt einen Schritt an die Öffentlichkeit machen.“

Bei den registrierten Ärzten und Heilpraktikern handelt es sich ausschließlich um Niedergelassene. Ist die kostenfreie Phase vorbei, müssen die Kunden zahlen, wenn sie bleiben wollen: 10 Euro kostet das Grundpaket monatlich, 40 Euro das Gesamtpaket. Dazwischen sei jedoch viel möglich, es können nämlich auch individuelle Angebote gebucht werden. Vom Konzept der vertraglich gebundenen oder gar angestellten Tele-Ärzte hält Roeser hingegen nichts. „Wir sagen auch ganz klar, wo wir uns nicht positionieren: Wir wollen keine Callcenter machen. Das führt irgendwann zu akademischer Sklavenarbeit!“

Stattdessen müsse die Telemedizin genutzt werden, um das Gesundheitswesen selbst zu stärken, nicht neue Anbieter mit dem Kapital Dritter im Rücken. „Wir sind unabhängig von Praxis- oder Apothekenverwaltungssystemen, sind kein Callcenter-Anbieter und damit die Freunde der niedergelassenen Ärzte, Apotheker und Heilpraktiker.“ Die Videosprechstunden der DAAG laufen über ein Plug-and-Play-System, das auch ohne Anbindung an Praxisverwaltungs- oder Warenwirtschaftssysteme sofort nutzbar ist.

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