Gehe/Alliance: EU-Kommission glaubt Apothekern nicht

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In anderen Regionen liegt der Marktanteil unter 35 Prozent, in Osnabrück, Ludwigshafen, Frankfurt, Kassel, Saarbrücken, Bochum und Köln (Gehe) beziehungsweise Weiterstadt, Kaiserslautern, Kassel, Unna, Bonn und Duisburg (AHD) sogar unter 25 Prozent. Überall haben demgegenüber Phoenix, Noweda und Sanacorp eine erhebliche Präsenz:

  • Phoenix in der Regel mehr als 25 Prozent (nur zwei Regionen weniger als 20 Prozent)
  • Noweda in der Regel mehr als 20 Prozent (nur eine Region weniger als 10 Prozent)
  • Sanacorp in der Regel mehr als 15 Prozent (nirgends weniger als 10 Prozent)

Bedenken überzeugen nicht

Vor diesem Hintergrund lässt die Kommission die fast durchweg negativen Bewertungen des Zusammenschlusses durch die befragten Apotheken in ganz Deutschland nicht gelten – nur aus dem Raum Köln hatte keine Apotheke den Fragebogen zurückgeschickt. Die skeptische Haltung sei nicht mit den Fakten in Einklang zu bringen: Erstens gebe es kaum Hürden für Apotheken, den Lieferanten zu wechseln. Zweitens hätten Apotheken eine gewisse Nachfragemacht, da der Wettbewerb unter den Großhändlern groß sei. Drittens seien Gehe und AHD keine besonders engen Wettbewerber, da im Grund alle Großhändler ähnliche Leistungen anböten. Und viertens gebe es auch noch die Möglichkeit des Direktbezugs bei den Herstellern. Vor diesem Hintergrund bewertet Brüssel den Zusammenschluss sogar als positiv für den Wettbewerb.

Sonderfall Niederlande

Auch Randaspekte des Geschäfts hat die EU-Kommission geprüft, etwa das Angebot an Eigenmarken, das aber nicht ins Gewicht falle, oder die Aktivitäten in den Niederlanden. Hier beliefert AHD laut Gutachten diverse Apotheken, während Gehe nur eine Geschäftsbeziehung mit einer Versandapotheke habe, die wiederum nach Deutschland liefert.

 

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