Versandapotheken

Eurapon: DocMorris-Reserve Patrick Hollstein, 18.10.2017 07:52 Uhr

Vor allem aber fragen sich Beobachter, warum Oberhänsli nicht einfach den Kundenstamm, sondern auch die komplette Infrastruktur gekauft hat. Warum er sich ein drittes Logistikzentrum ans Bein bindet. Vielleicht war es aber auch gerade die erst 2014 bezogene Halle mit immerhin 4500 Quadratmetern, die Eurapon für Oberhänsli zum geeigneten Kandidaten machte. Zwar ist der ebenfalls 2014 eingeweihte Neubau von DocMorris in Heerlen mit rund 10.000 Quadratmetern Fläche auf bis zu 30.000 Pakete am Tag angelegt. Doch was, wenn DocMorris bereits am Anschlag ist? Einem Insider zufolge müssen in Heerlen nach wie vor viele Prozesse händisch erledigt werden. „DocMorris macht viele Dinge richtig, aber Automatisierung zählt nicht zu den Stärken. Die Skalierbarkeit stößt an Grenzen.“

So könnte es sich erklären, dass Eurapon gerade wegen der im Branchenvergleich modernen Technik für Oberhänsli besonders attraktiv war. Und dass der Firmenchef sich mit dem Umzug des Eurapon-Geschäfts Zeit lassen will: Vorerst sollen weiterhin in Bremen Päckchen gepackt werden, Talu soll Inhaber von Eurapon bleiben. DocMorris übernimmt zunächst lediglich den gleichnamigen Großhandel und damit „einen wesentlichen Teil der Logistik sowie die Medikamentenbelieferung für das Eurapon-Versandgeschäft“. Vorbild dabei ist Zur Rose selbst: Am Standort in Halle/Saale übernimmt eine Tochterfirma der schweizerischen Gruppe verschiedene Aufgaben für die gleichnamige Versandapotheke.

Das Fremdbesitzverbot sei nicht tangiert, sagt Oberhänsli zur geplanten Expansion in Deutschland. Jeder könne Lagerhallen kaufen, wo er wolle. Seiner Meinung nach ist es heute „Common sense“, dass Versandapotheken wichtige Teile ihres Geschäftsbetriebs auslagern. Dies sei gerichtlich überprüft und für rechtlich zulässig befunden. Tatsächlich hatte das Bundesverwaltungsgericht es 2011 abgelehnt, sich mit dem Modell von Zur Rose zu befassen. Seitdem hat es keine rechtlichen Vorstöße gegen eines der in der Branche mittlerweile weit verbreiteten Konstrukte mehr gegeben.

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