160 Jahre Emser

Eindampfen als Erfolgsrezept Gabriele Hoberg, 12.06.2018 10:27 Uhr

Der Wirkstoff für Pastillen und die Sachets für die Nasenduschen – das Emser Salz – enthält mehr als 30 Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Calcium, Eisen, Fluorid und Sulfat, den größten Teil machen Hydrogencarbonat-Ionen sowie Natrium- und Chlorid-Ionen aus. Gewonnen wird er in einem hochmodernen Verfahren durch Eindampfen von täglich rund 200.000 Litern Quellwasser. Das dafür verwendete Thermalwasser kommt aus 73 Metern Tiefe mit einer Temperatur von 56 Grad Celsius und einem Salzgehalt von 0,3 Prozent.

In einem mehrstufigen Konzentrierungs- und Verdampfungsprozess wird das Thermalwasser zunächst zu einer 24-prozentigen Rohsole aufkonzentriert. Diese wird dann auf einer beheizten Walze getrocknet. So können alle enthaltenen Stoffe zur gleichen Zeit ausfallen, was ein nahezu immer gleich zusammengesetztes Salz garantiert. In dem anschließenden Press- und Mahlverfahren wird die Körnergröße so eingestellt, dass das Salz zu Tabletten oder Pulver weiter verarbeitet werden kann. Für die Herstellung von einem Sachet (2,95 g) Emser Salz muss 1 Liter Wasser verdampft werden.

Eingesetzt wird das Salz auch für Nasenduschen. Allergiker spülen damit Pollen, die sich tagsüber an der Schleimhaut verfangen haben, heraus. Auch bei einer Erkältung schwören viele Kunden auf die wohltuende Wirkung. Die Nase wird nicht nur befeuchtet und gereinigt; aufgrund des entstehenden Unterdrucks während des Reinigungsvorganges wird auch Schleim aus den Nebenhöhlen mit angesaugt und ausgespült.

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