Markt für Gesundheits-Apps stagniert

Digital Health braucht die Apotheken Tobias Lau, 11.05.2020 14:44 Uhr

Allerdings scheine es schwer, in die Branche hineinzuwirken. „Mit Apothekenvertretern darüber zu sprechen war sehr schwierig“, sagt Schachinger. In der Schweiz beispielsweise sei der Zugang digitaler Angebote zu den Apotheken einfacher: Durch die dortigen Kooperationen sei eine schnelle Verbreitung gewährleistet. „Wenn die sich entscheiden, eine App anzubieten, dann steht die in tausenden von Schweizer Apotheken im Regal und wird von den dortigen Mitarbeitern den Patienten empfohlen“, so Schachinger. „In Deutschland besteht der Markt aber eher aus vielen Einzelkämpfern.“

Ähnlich sehe es bei den Ärzten aus, berichtet Dr. Dominik Pförringer, selbst Arzt und Digitalunternehmer. „Wenn ich vor Ärzten über DiGA gesprochen habe, hatte ich immer das Gefühl, ich brauche eine kugelsichere Weste. Alle denken, ihnen wird etwas weggenommen.“ Dabei seien den DiGA die Praxispforten nicht prinzipiell verschlossen. „Wir haben festgestellt, dass Ärzte durchaus begeisterungsfähig sind – wenn die Apps keinen weiteren Aufwand bedeuten. Sie müssen in den Praxisalltag integriert werden“, fordert Julia Hagen, Director Regulatory and Politics beim Health Innovation Hub des Bundesgesundheitsministeriums. Umgekehrt gelte auf Patientenseite: „Damit wir die Nutzer nicht verlieren, braucht es Convenience.“ Das gilt beispielsweise für die Einfachheit der Logins. „Uns erreichen Kundenrückmeldungen, dass sie gern einen zentralen Zugang hätten“, erklärt Helmut Gerhards, Chief Digital Officer der DAK-Gesundheit. Außerdem müssten die jeweiligen Anwendungen besser in den Versorgungskontext eingebunden werden.

Dazu müssen bei Apothekern und Ärzten aber offensichtlich noch einige dicke Bretter gebohrt werden. Auch Pförringer vermutet, es könne „noch acht, neun, zehn Jahre dauern“, bis Gesundheitsapps in der Breite angekommen sind. Die bisherigen Widerstände müssten aber zugunsten einer konstruktiveren Haltung aufgegeben werden. „Wenn ich kannibalisiert werden soll, ist es klug, wenn ich unter den Kannibalen schon Verbündete habe“, so Pförringer. „Wir haben schon einige Technologiebrüche gut überstanden, da werden wir das im Sinne unserer Patienten auch noch schaffen.“

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