Akuter Durchfall

DiaVerde: Klinge bringt Vaprino-Generikum APOTHEKE ADHOC, 28.03.2019 14:46 Uhr

Neben Sekretionshemmern finden Motilitätshemmer zur kurzfristigen Behandlung von Durchfall Anwendung. Der wohl bekannteste Wirkstoff ist das inzwischen generische Loperamid. Der Arzneistoff bindet an die Opioidrezeptoren der Darmwand – Acetylcholin und Prostaglandine werden in ihrer Freisetzung gehemmt. In der Folge wird die Peristaltik herabgesetzt und die Darmpassage verlängert. Somit können jedoch die pathogenen Keime länger im Darm verbleiben. Eine gleichzeitige Tonuserhöhung des Schließmuskels mindert den Stuhldrang. Erwachsene nehmen als Initialdosis zwei Kapseln, Tabletten oder Plättchen ein. Nach jedem ungeformten Stuhl kann eine weitere Anwendung einer Darreichungsform als Einzeldosis erfolgen. Die Tageshöchstdosis von acht Tabletten, entsprechend 16 mg Loperamid, darf innerhalb 24 Stunden nicht überschritten werden. Sollte sich am nächsten Tag oder spätestens nach 48 Stunden keine Besserung einstellen, ist ein Arzt aufzusuchen.

Zur Behandlung der akuten Diarrhoe finden auch Kohletabletten oder Präparate mit Gerbstoffen oder Pektinen Anwendung. Diese können den Darm abdichten oder Giftstoffe binden. Bekannt ist vor allem Tannacomp, das Arzneimittel enthält ein Tanninalbuminat und Ethacridinlactat und kann zur Therapie akuter unspezifischer Durchfälle oder zur Prophylaxe und Behandlung von Reisediarrhöen eingesetzt werden. Die Tabletten werden vor oder zu einer Mahlzeit geschluckt. Erwachsene nehmen vorbeugend zweimal täglich eine Tablette ein, im Akutfall sind viermal täglich ein bis zwei Tabletten empfohlen. Das Tannin wirkt im Darm adstringierend und verdichtet auch kleinste Kapillaren, Giftstoffe und Wasser können erschwert in den Darm eindringen. Ethacridinlactat wirkt antiseptisch und bakteriostatisch, ohne die physiologische Darmflora zu zerstören, adstringierend und spasmolytisch.

Weil Durchfall mit einem hohen Flüssigkeitsverlust einhergeht, sollte Betroffene viel trinken. Dabei sollte auch auf die Zufuhr von Elektrolyten geachtet werden. Empfohlen werden beispielsweise Elektrolytlösung, die in verschiedenen Geschmacksrichtungen oder geschmacksneutral erhältlich sind. Die Pulver werden in Wasser eingerührt und können nach jedem flüssigen Stuhlgang getrunken werden. Säuglingen und Kleinkindern können innerhalb 24 Stunden drei bis fünf Beutel verabreicht werden. Elektrolytlösungen können den Wasser-, Mineralstoff-, Salz- und Glucosehaushalt des Körpers aufrecht erhalten und so das Allgemeinbefinden fördern. Zwar wird durch das Trinken der Präparate eine mögliche Austrocknung verhindert, jedoch nicht die Dauer des Durchfalls beeinflusst.

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