Da waren's nur noch zwei

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Doch dazu kam es nicht. Ludwig Merckle gab zu Protokoll, langfristig an Phoenix festzuhalten. So schmiedete man in den USA andere Pläne, nämlich das Deutschlandgeschäft in ein Joint Venture einzubringen. Und weil Pessina auch hierzulande die Krone wollte, sicherte er sich 70 Prozent der Anteile – obwohl die ehemalige Anzag eigentlich deutlich kleiner als Gehe war.

Nun zieht sich McKesson ganz zurück – und ausgerechnet der angebliche Wackelkandidat Phoenix baut seine Marktposition deutlich aus. Von ungefähr kommt die Entwicklung freilich nicht, denn Alliance konnte dank der eigenen Position in den meisten Märkten von vornherein nicht zum Zuge kommen.

Phoenix hat damit nicht nur die breiteste geografische Präsenz in Europa, sondern ist auch in den meisten Märkten die Nummer 1, darunter Deutschland, Norwegen und weite Teile Osteuropas, wo weder Celesio noch Alliance je sonderlich gut Fuß fassen konnten.

Dank McKesson steigt Phoenix vor allem in Frankreich zur Nummer 1 auf; hier hatte der Konzern mit der Übernahme der ehemaligen Genossenschaft Cerp Lorraine nur eine untergeordnete Bedeutung. Celesio hatte sich schon in den 1990er-Jahren mit OCP den Branchenprimus geschnappt. In den Niederlanden geht das Joint Venture mit McKesson nun komplett an die Mannheimer; auch hier hat Phoenix mit Brocacef die Nase vorn. Auch in Italien kann Phoenix – bislang vertreten mit Comifar sowie einigen kommunalen Apotheken – dank Admenta und Lloyds die Position ausbauen. Neu für Phoenix sind die Märkte Belgien (PharmaBelgium-Belmedis, Lloyds), Irland (United Drug, Lloyds), Portugal (OCP) und Slowenien (Kemofarmacija).

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