Cure: Digital-Konkurrenz für die Apobank

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Einen persönlichen Hintergrund gibt es auch bei Geschäftsführer Martin Buhl, der Cure vergangenen Oktober mit Strobel und Weiss gegründet hat. Er war nicht nur einer der ersten deutschen Mitarbeiter von PayPal und bringt 15 Jahre Erfahrung im Fintech-Bereich mit. Vielmehr sei der Einstieg in den Finanzmarkt für Heilberufler auch ihm ein persönliches Anliegen gewesen, erzählt er: „Ich komme selbst aus einem Ärztehaushalt und habe zahlreiche Ärzte in meiner engeren Verwandtschaft, nicht zuletzt meine eigene Frau. Deshalb habe ich über die Jahre all die Probleme im Austausch mit der Familie eingeatmet. Es sind immer wieder Themen hochgekommen, bei denen ich gefragt habe: ‚Wieso macht ihr das noch so, wenn der Rest der Welt schon zehn Jahre weiter ist?‘ Es gibt im Heilberufssegment sehr spezifische Prozesse, die dringend eine Erneuerung benötigen.“

Die Prozesse im Finanzwesen seien „für jemanden, der unternehmerisch denkt“, viel zu umständlich und langsam, kritisiert Buhl. „Cure ist deshalb auch kein reines Softwarethema, sondern eine komplett outgesourcte Finanzlösung. Wir denken das alles sehr stark aus der Prozesssicht und sehen uns sehr stark bei Datenstrukturierung, in gewissem Sinne auch Datenintelligenz.“ Dabei wolle das Start-up entsprechend den heutigen Vorgehensweisen nicht mit einem Komplettangebot in den Markt einsteigen, sondern iterativ das eigene Portfolio weiterentwickeln und ausrollen. Unter anderem deshalb müssen sich die Apotheken auch noch ein wenig gedulden, bis sie die Lösungen für sich nutzen können. Denn zu Beginn sind erst einmal die niedergelassenen Ärzt:innen dran. „Da sehen wir im ersten Schritt den größten Bedarf zur Verbesserung von Finanzprozessen.“

Geschehen soll das zuerst über ein Dashboard, das dann später mit entsprechenden branchenspezifischen Anpassungen auch für die Apotheken ausgerollt werden soll: Auf einen Blick und leicht zu bedienen – so das Versprechen – soll dort von Einkauf über Abrechnung bis hin zu Zahlungsprozessen alles Relevante zusammenlaufen. „Heute hat der Arzt viel zu viele Informationsquellen, überall verschiedene Ansprechpartner und Systeme. Am Ende des Tages ist er aber weder Buchhalter noch Einkäufer oder Steuerberater, sondern Heilberufler“, sagt Buhl. „Wir strukturieren deshalb alle Einnahmen und Ausgaben auf einer Plattform und führen sie mit Themen wie Investitionen, Rücklagen, Szenarien und Optimierungsmöglichkeiten zusammen.“ Dabei sei zuallererst das Ziel, eine digital gestützte Plattform zu bieten, die alle Zahlen in Kontext setzt und eine Komplettübersicht ermöglicht.

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