Cannabis-Medikamente

Bionorica scheitert mit Klage APOTHEKE ADHOC, 13.03.2018 15:20 Uhr

Popp hat sich ein kleines Hanfmonopol aufgebaut. Konkurrenz ist keine in Sicht – einzig der Vertrieb der Blüten. Popp hofft, dass die Ärzte zu den standardisierten Präparaten greifen und Bionorica etwa die Hälfte der Patienten versorgen kann. Möglich sei eine Entwicklung wie in Kanada; hier verzeichnete man anfangs einen Hype der Blüten, dieser flaute jedoch ab und es wurde auf standardisierte Extrakte zurückgegriffen.

Kachexol sollte ein neuer Umsatzbringer werden. Bionorica wollte sein Medikament als Begleittherapie bei AIDS, Krebs und Multiple Sklerose (MS) vermarkten. Bislang besitzt das Almirall-Präparat Sativex (THC und Cannabidiol) als einziges Cannabis-Produkt in Deutschland eine Zulassung. Das Mittel wird zur Symptomverbesserung bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund MS eingesetzt. Der G-BA hatte im Rahmen der frühen Nutzenbewertung einen Hinweis auf einen Zusatznutzen gesehen.

Seit einem Jahr ist Cannabis zu medizinischen Zwecken freigegeben. Verordnungs- und erstattungsfähig sind Dronabinol, der Extrakt und die Blüten. Laut ABDA wurden im vergangenen Jahr 44.000 Einheiten Blüten zulasten der Krankenkassen abgegeben. „Die Tendenz war von Quartal zu Quartal steigend, sowohl bei Rezepten als auch bei den Abgabeeinheiten“, erklärte Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK). „Cannabis-Rezepturen sind also zumindest teilweise im Versorgungsalltag angekommen“, so Kiefer.

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