Ware von Demecan, Aphria und Aurora

BfArM-Zuschlag: Cansativa vertreibt das deutsche Cannabis

, Uhr

Cansativa verdient dabei nur an Logistik und Dienstleistungen, tatsächlich gehört das vertriebene Cannabis rein rechtlich der dem BfArM nachgeordneten Cannabisagentur. Die kauft die Ware von Aphria, Aurora und Demecan auf und hatte den Vertrieb in einer gesonderten Ausschreibung vergeben, die im März gestartet war. Durch die Ausschreibungsmodalitäten hatte das BfArM dabei bereits sichergestellt, dass nur ein bereits etablierter Großhändler den Zuschlag bekommen kann: Neben den üblichen hohen Sicherheitsstandards verlangte die Behörde, dass das Unternehmen in den zurückliegenden zwölf Monaten mindestens 10.000 Packungen an Betäubungsmitteln an Apotheken ausgeliefert hat und die dafür notwendigen Anlagen bereits vorweisen konnte: So müssen bis September ausreichende Lagerkapazitäten innerhalb Deutschlands nachgewiesen werden. „Die Lagerung des Vertragsprodukts muss separiert nach Typen und Herstellern und getrennt von anderen Betäubungsmitteln, bei nicht mehr als 25 °C erfolgen“, hieß es in der Ausschreibung.

Mindestens zehn Kubikmeter Cannabis müssen Platz finden und jederzeit mindestens die Menge gelagert werden, die den voraussichtlichen Zwei-Wochen-Bedarf abdeckt. Die Lagerung muss dabei unter Beachtung der Richtlinien über Maßnahmen zur Sicherung von Betäubungsmittelvorräten bei Erlaubnisinhabern nach § 3 BtMG stattfinden, also bereits zertifiziert sein. Ein Neueinsteiger hätte demnach auch gar keine Chance gehabt.

Dass die genauen Modalitäten des Vertriebs an die Apotheken noch nicht feststehen, dürfte nach jetzigem Stand zu keiner Verzögerung führen: Bisher wurde ohnehin noch keine Ernte eingefahren. Sie hat sich um mindestens ein Jahr verschoben, weil sich die Ausschreibung zum Anbau aufgrund von Rechtsstreitigkeiten über fast zwei Jahre hinzog: Ende März 2018 hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf das Vergabeverfahren gestoppt und dem BfArM untersagt, einen Zuschlag zu erteilen. Der Grund: Das BfArM habe die Frist im Vergabeverfahren zu kurz bemessen. Vier Monate später folgte dann die Neuauflage mit erhöhter Menge. Doch auch bei der Bekanntgabe dieses Zuschlags Mitte April 2019 musste das BfArM einen Wermutstropfen schlucken: Wegen der Beschwerde eines unterlegenen Bieters konnten nur 9 der 13 Lose vergeben werden. Erst als der Bewerber seinen Nachprüfantrag zurückgezogen hatte, konnten die restlichen vier Lose im Mai 2019 vergeben werden. Die erste Ernte soll nun Ende 2020 eingefahren werden. Immerhin die Ausschreibung für den Vertrieb lief reibungslos.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr aus Ressort
Neues Angebot für die Schweiz
Weleda will Rezepturen herstellen »
Dynamischer Energiekostenbeitrag
Sanacorp: Gebühr je nach Dieselpreis »
Umbruch beim Großhändler
AEP: Die zweite Reihe geht »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Umlautprobleme und Botendienstsorge
E-Rezept: Vor- und Nachteile in der Praxis»
Ärzt:innen warnen vor Zwangseinführung
KV Hessen: Resolution gegen das E-Rezept»
Neues Angebot für die Schweiz
Weleda will Rezepturen herstellen»
Dynamischer Energiekostenbeitrag
Sanacorp: Gebühr je nach Dieselpreis»
Umbruch beim Großhändler
AEP: Die zweite Reihe geht»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Großhandelskonditionen auf einen Blick»
Pharmazeutische Dienstleistungen
PharmDL: Warten auf den Schiedsspruch»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»