BAH: Rückgang bei OTC auf Rezept

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Schaut man auf den Ab- statt auf den Umsatz, fällt der Rückgang noch stärker aus: Er fiel von 118 auf 114 Millionen Packungseinheiten, also um 3,4 Prozent. Der Absatz verschriebener OTC-Arzneimittel hat damit den stärksten Rückgang seit 2010 zu verbuchen und den bisherigen Tiefststand von 2012 wieder erreicht. Besonders steil ist der Fall in den vergangenen fünf Jahren gewesen: 2015 wurden in den deutschen Apotheken noch 120 Millionen Packungseinheiten verschriebener OTC-Arzneimittel verkauft. Der Absatz fiel also in fünf Jahren um 5 Prozent.

Stark bergauf ging es hingegen im Geschäft mit Gesundheitsmitteln, also stofflichen Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln und Diabetika. Hier stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf insgesamt 3,4 Milliarden Euro. 2,3 Milliarden oder 68 Prozent davon entfielen auf Apotheken inklusive Versandapotheken, der Rest auf den Mass Market. Einen Wermutstropfen müssen die Vor-Ort-Apotheken allerdings auch hier schlucken: Der Versandhandel hat seinen Anteil nämlich auch hier weiter ausgebaut. Betrug das Wachstum in den Apotheken 7 Prozent, waren es bei den Versendern 10,8.

Erstmals fand auch das im Februar 2019 eingeführte Fälschungsschutzsystem Securpharm Eingang in die BAH-Zahlenbroschüre und ist aus Sicht des Verbands eine Erfolgsgeschichte. Der Anteil der serialisierten Produkte sei schneller gestiegen als zuvor erwartet. „Die Zahlen aus 2019 zeigen, dass sich die Nutzer des Securpharm-Systems auf die Einführung des neuen Fälschungsschutzes vorbereitet haben“, so der BAH. Bis Ende des Jahres waren nicht nur 19.330 Vor-Ort- und 408 Krankenhausapotheken an das System angeschlossen, sondern auch 386 pharmazeutische Unternehmen, 945 Großhändler, 35 industrielle Verblisterer, 37 Compounding-Hersteller sowie 22 zentrale Beschaffungsstellen. Ende 2019 waren bereits 1,05 Milliarden individuelle Erkennungsmerkmale hochgeladen. Der Anteil an nicht prüfpflichtiger Bestandsware im Markt nehme entsprechend ab. Diese Tendenz zeige sich auch auf der Abgabeseite: Die im System verzeichneten Transaktionen von Waren mit Data-Matrix-Code in Apotheke und Großhandel lagen demnach zu Jahresende bei 6,2 Millionen im System verzeichneten Transaktionen pro Tag.

 

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