Atozet/Tioblis: 170 Euro Mehrkosten

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Ohne Rücksprache mit dem Arzt sollte aber nicht ausgetauscht werden, denn der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die unterschiedlichen Darreichungsformen noch nicht als austauschbar eingestuft.

Laut MSD liegt der vom GKV-Spitzenverband festgesetzte Festbetrag erheblich unter dem aktuellen Herstellerabgabepreis, was eine enorme Preisreduktion darstellen würde. Dass der Konzern und in der Folge Berlin-Chemie den Preis nicht abgesenkt hat, hat laut Beobachtern mit dem europäischen Preisgefälle zu tun: Deutschland hat bei der Kombination den niedrigsten Preis in Europa, der Festbetrag liegt bei der Hälfte dessen, was etwa in Spanien oder Frankreich bezahlt wird. Die beiden Konzerne würden riskieren, dass ihre Ware aus Deutschland exportiert wird.

Besser sieht es bei den anderen Kombinationen der Festbetragsgruppe aus: Bei Simvastatin/Ezetimib gibt es neben dem Originalpräparat Inegy ohnehin zahlreiche Generika, die teilweise schon vorher unter dem neuen Festbetrag lagen und Kassenpatienten weiterhin ohne Aufzahlung zur Verfügung stehen.

Ähnlich ist die Situation bei der Kombination von Etizimib und Rosuvastatin, die in drei Dosierungen (5/10 mg, 10/10 mg und 20/10 mg) und zwei Packungsgrößen (30 und 100 Stück) vertrieben wird. Mit Aristo (Rosuzet), Elpen (Rosuvastatin/Ezetimib Elpen), Hexal (Antilia) und Ratiopharm (Ezehron Duo) gibt es vier Anbieter, die bislang 60 Prozent über dem Festbetrag lagen. Hier haben die Unternehmen ihre Preise drastisch gesenkt, sodass sie weiter auf Kassenrezept verordnet werden können.

 

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