„Wir müssen als Markt Selbstreinigungskräfte entwickeln“

Apothekenqualität statt Ramsch: CBD-Anbieter gründen Lobbyverband

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Auch hier sieht er ein Tätigkeitsfeld des zu gründenden Verbands. „Da herrscht viel gefährliches Halbwissen. Da muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.“ So sei der Vertrieb von CBD ohne eine Novel-Food-Zulassung entgegen der landläufigen Auffassung nicht per se illegal. Auch wenn die Kommission selbst nur pauschal von CBD spricht, seien nur Vollspektrum-Extrakte gemeint und die Frage, wie mit diesen Extrakten umzugehen ist, die auch Restmengen THC enthalten. Aber hier ist nicht CBD der treibende Faktor und dementsprechend weitestgehend irrelevant. „Es geht um die Restmenge von THC, die enthalten sein darf. Während die WHO hier 0.2 Prozent vorschlägt, sieht die EU derzeit eine Grenze von 0.0 Prozent vor, was heute nur synthetische Cannabinoide leisten können.“

Außerdem sei der Katalog der EU, der aussagt, dass konzentrierte oder isolierte CBD-Extrakte Novel Food sind und daher auf Verkehrsfähigkeit geprüft werden müssen, rechtlich gar nicht bindend. Auch die Frage, ob normale Vollextrakte, die natürlich CBD enthalten, überhaupt darunterfallen, sei nie geklärt worden. „Hier herrscht selbst in der Fachwelt Uneinigkeit und das BVL hat sich dazu bis heute nicht im Detail dazu geäußert. Weiterhin ist die Umsetzung dieser Richtlinie den Mitgliedsstaaten überlassen“, so Hänsel. Das BVL habe 2019 dargestellt, dass in der Auffassung der Behörde kein Fall vorläge, in dem CBD heute verkehrsfähig wäre. „Hier wurde nie definiert, welche Art von CBD. Auch ist das BVL kein gesetzgebendes Organ – die Stellungnahme ist lediglich beratender Natur.“

Wie sie diese Auffassung interpretieren und umsetzen, sei den lokalen Behörden überlassen, die das auch bis heute unterschiedlich interpretieren – siehe der Beschluss der Stadt Köln, CBD-Präparate aus dem Handel zu verbannen. Und selbst der beziehe sich nur auf konzentriertes oder isoliertes CBD, so Hänsel. Andere Länder wie die Niederlande und Großbritannien hätten die Novel-Food-Richtlinie schon immer weicher ausgelegt. „Hier sehen wir eine wichtige Aufgabe des Verbandes, wissenschaftlich fundierte Informationen zu liefern, damit die Behörden sachgerechte Entscheidungen treffen können. Die derzeitige unterschiedliche Genehmigungspraxis ist sowohl aus Verbrauchersicht als aus Sicht der Unternehmen ausgesprochen unbefriedigend.“

 

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