Apothekenexklusivität

Apo-Rot verkauft Apothekenmarken bei Douglas

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Laut Olaf Heinrich, CEO von DocMorris, ist die Aktion eine Art Testballon: Es gehe darum zu lernen, wie Marktplätze funktionierten. Für Apo-Rot hat man sich in Heerlen bewusst entschieden, – zumal man mit der Marke, wie DocMorris betont, auch auf anderen Plattformen wie Ebay oder Amazon vertreten ist. „Wir haben Marken mit starkem Wachstum, wir haben Marken, die vor allem für den Preisvergleich interessant sind und wir haben Marken, um solche Dinge auszuprobieren“, so Heinrich.

Doch nicht nur die Apotheker brüskiert DocMorris mit diesem Angriff auf die Apothekenexklusivität. Auch bei der Industrie hat die Auftritt bei Douglas eingeschlagen wie eine Bombe. Von Vertrauensbruch ist die Rede, zumal man es seit Jahren ablehne, Douglas mit Apothekenware zu beliefern. So mancher Hersteller ist noch dabei, sich einen Überblick über die Lage verschaffen.

Douglas hatte bereits vor zwei Jahren diverse Kosmetikmarken aus der Apotheken ins Sortiment aufgenommen – und sowohl in seiner ersten Pro-Filiale in Hamburg als auch im Webshop angeboten. Dank der Kooperation mit DocMorris muss sich die Kette nun nicht mehr mit Verfügbarkeitsproblemen herumschlagen. Seinerzeit hatten sich die Hersteller nicht unter Druck setzen lassen, laut Branchenkennern gab es immer wieder Lücken oder nur noch Ware mit älteren Verfallsdaten.

Beim Marktplatz geht es aber nicht nur um Apothekenkosmetik; Douglas will das Online-Geschäft insgesamt stärken. „Noch mehr Auswahl, noch mehr Marken – dank Partnerprodukten“, bewirbt die Kette den neuen Ansatz. Konzernchefin Tina Müller hat den Bereich E-Commerce seit zwei Jahren im Fokus und in der Folge von Corona noch einmal verstärkt: Während die Filialen vor allem im Luxussegment überzeugen sollen, soll im Netz ein möglichst breites Spektrum angeboten werden: „Jeder soll bei uns alles für den Schönheitseinkauf finden, Artikel für 500 Euro ebenso wie für fünf Euro oder weniger“, so Müller im Interview mit der „Welt“. Explizit bezog sie sich dabei auch auf Drogeriemarktartikel.

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