AMTS: AOK Nordost erteilt Apothekern Abfuhr

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Ganz neu ist eLiSa allerdings nicht: Die elektronische Patientenakte ging schon vor einem knappen Jahr ans Netz und fing sich bereits damals Kritik dafür ein, bei einer pharmazeutischen Kernkompetenz ausschließlich auf Ärzte zu setzen. „Ich weiß, dass es aus Apothekersicht kritisch gesehen wird, dass wir in der Stufe 1 die Apotheker noch nicht integriert haben“, räumte AOK Nordost-Vorstand Frank Michalak vergangenen Mai ein. In einer In weiteren Stufen plane man eine Implementierung von eLiSa in ein E-Rezeptmodell, „das deutlich mehr sein wird als die bloße Übermittlung eines Muster 16 in digitaler Form“. Hauptfokus werde auch da sein, deutlichen Nutzen und Mehrwert zu schaffen und dies sowohl für den Patienten und den Arzt als auch für den Apotheker. „Spätestens hier gibt es dann auch die Ansätze und Möglichkeiten, die Apotheker in unser Medikationsmanagement eLiSa mit einzubeziehen“, so Michalak. Geschehen ist das allerdings bisher nicht – und ein Angebot, sich in naher Zukunft in irgendeiner Form an eLiSa zu beteiligen, enthielt die Antwort der Kasse an Rodewald auch nicht.

„Das Schreiben war für uns sehr ernüchternd“, sagt sie. „Wir haben ja nicht einmal die Chance bekommen, unsere Dienstleistungen überhaupt vorzustellen. Das macht für uns den Anschein, als ob uns niemand braucht.“ Rodewald tut es aber nicht nur für den eigenen Berufsstand leid, auch mit Blick auf das regionale Gesundheitssystem hält sie den Kurs der AOK Nordost für eine massive Fehlentscheidung – schließlich seien es die Apotheker, die Kapazitäten für solche zusätzlichen Dienstleistungen haben, nicht die chronisch überlasteten Ärzte.

„Wenn ich mir unsere Ärzte hier ansehe, dann geht hier keiner in so ein Online-Portal“, sagt sie. „Die müssen selbst sehen, dass sie alle ihre Patienten abgearbeitet kriegen und haben gar keine Kapazitäten mehr für so etwas.“ Die AOK Nordost hat auf eine entsprechende Anfrage bisher noch nicht geantwortet. Für Rodewald ist der Fall indes klar: Es ist eine vergebene Chance und ein falsches Signal. „Wir können als Apotheker einen großen Beitrag zum Gesundheitssystem leisten und wir leisten auch schon genug“, sagt sie. „Wir machen das alles umsonst, aber umsonst kann man keine Apotheke betreiben. Gute Leistung muss auch honoriert werden.“

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