Schleimlöser

Ambroxol: Keine antivirale Werbung APOTHEKE ADHOC, 11.09.2018 14:09 Uhr

In der Fachinformation ist unter den pharmakodynamischen Eigenschaften ein Hinweis auf antivirale Eigenschaften zu finden. Dort heißt es: „In in vitro Untersuchungen mit menschlichen trachealen Epithelzellen ist eine Verminderung der Replikation des Rhinovirus (RV 14) beobachtet worden. Nach Vorbehandlung mit Ambroxol wurde in einem respiratorischen Tiermodell in der Maus eine Verminderung der Replikation des Influenza A Virus beobachtet. Eine klinische Relevanz konnte daraus bisher nicht abgeleitet werden.“

Das LG entschied gegen Sanofi. Laut Kammer werde mit dem Zusatz „antiviral“ ein Anwendungsgebiet im Sinne HWG beworben, für das das Arzneimittel nicht zugelassen sei. Zwar sei grundsätzlich davon auszugehen, dass „die werbliche Verwendung von Angaben zu den pharmakodynamischen Eigenschaften beziehungsweise zur Wirkweise eines Arzneimittels, die im Einklang mit der jeweils aktuellen Fachinformation stehen, grundsätzlich zulässig ist“. Jedoch könne dies nur gelten, wenn diese für den Menschen klinisch relevant sind.

Die pharmakodynamischen Eigenschaften müssen für den Menschen nachgewiesen sein. Im Fall Ambroxol gilt dies nicht, da die Bewerbung auf Basis reiner in-vitro-Untersuchungen erfolgt. „Eine klinische Relevanz für den Menschen ist unstreitig gerade nicht festgestellt und nachgewiesen“, so die Richter. Es sei nicht erkennbar, warum eine klinische Überprüfung der antiviralen Eigenschaften beim Menschen nicht möglich sei. Die Wirkaussagen seien für den Menschen nicht bestätigt. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.

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