Amazon in 4 Jahren in Deutschland

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83 Prozent der Hersteller und 49 Prozent der Apotheker gehen laut Studie davon aus, dass Amazon in den nächsten vier Jahren verstärkt in den Apothekenmarkt einsteigen und auch selbst direkt an den Kunden verkaufen wird. Ein Drittel der befragten Hersteller gibt an, schon heute im direkten Dialog mit Amazon zu sein – das heiße zwar nicht, dass aktuell zusammengearbeitet wird, aber die Pharmaindustrie sehe es als ihre strategische Pflicht, den Vertriebskanal Amazon zu beobachten.

58 Prozent der Hersteller können sich vorstellen, perspektivisch direkt an Amazon zu verkaufen. Auch ein Viertel der befragten Apotheker würde, falls möglich, eine exklusive Prime-Now-Partnerschaft für ihre Stadt mit Amazon eingehen. Bisher ist das Prime-Now-Modell jedoch nur in Berlin und München verfügbar. Hauptgründe für die Bestellung von rezeptfreien Medikamenten bei Amazon sind laut Studie der schnelle Versand (73 Prozent) und der einfache Bestellprozess (60 Prozent). Dies sei ein nachvollziehbares Ergebnis, denn mehr als 17 Millionen Deutsche besäßen einen Amazon Prime Account und über 43 Millionen Deutsche bestellten bei Amazon Waren. Der gute Preis (44 Prozent) ist laut Studie erst an dritter Stelle relevant.

Ein Eintritt von Amazon in den Apothekenmarkt über den Marketplace hinaus – in den USA schon im vollen Gange – kombiniert mit dem weiteren Wachstum des Apothekenversandhandels setze die stationäre Apotheke unter Druck: „Für Versandapotheken in Deutschland ist jetzt schon die Kapitalkraft einzelner Wettbewerber eine Bedrohung. Ein Apothekenfokus von Amazon würde den Druck noch erhöhen – eine weitere Konsolidierung im Versandapothekenmarkt ist zu erwarten“, resümiert Tobias Brodtkorb. Diese Einschätzung teilen über 95 Prozent der befragten Apotheker und Hersteller.

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