3D-Drucker für Versandapotheken

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Noch würden gedruckte Medikamente deutlich mehr als die gepresste Medikation kosten. Berücksichtigt man die indirekten Kosten, könnte das allerdings schon ganz anders aussehen. „Etwa 30 bis 50 Prozent der Medikamente werden nicht genommen“, gibt Gantner zu bedenken. Der Grund dafür seien häufig die Nebenwirkungen. „Wir gehen davon aus, dass bei einer Reduktion von Nebenwirkungen aufgrund der personalisierten Dosisanpassung auch die Compliance steigt.“

Außerdem müssten Patienten, die bisher oft mehrere Tabletten nehmen, nur noch eine einzige schlucken. Im Dezember vergangenen Jahres hat das US-Unternehmen Vitae Industries mit dem AutoCompounder einen 3D-Drucker für Medikamente vorgestellt, der sogenannte „Polypillen“ drei Mal schneller als bisher befüllen soll. An dem Start-up haben sich bereits mehrere namhafte Unternehmen beteiligt, die rund zwei Millionen US-Dollar für die Entwicklung des Medikamenten-3D-Druckers zur Verfügung stellen. Schon bald soll das Gerät für knapp über 4000 Euro angeboten werden.

Die 3D-Technologie wird aber nicht nur für Arzneimitteltherapie aufseiten der Patienten beeinflussen. Gantner sieht den 3D-Druck von Medikamenten als Game Changer und einen Teil der digitalen Transformation des Gesundheitswesens, der auch ganze Wertschöpfungsketten verändern wird. Beispielsweise könnte ein pharmazeutischer Produzent damit zum Technologiehersteller werden.

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