Heilpflanzenporträt

Wermut – Quelle der Bitterkeit APOTHEKE ADHOC, 15.10.2019 13:29 Uhr

Berlin - Bis heute hält Wermut Einzug in okkulte Kreise. Größte Bekanntheit erlangte Wermut wohl Anfang des 19. Jahrhunderts als Bestandteil des Absinths. Das im Kraut enthaltene Thujon sollte zu bewusstseinsverändernden Zuständen führen. Was steckt hinter der Hexerei?

Erste Erwähnungen erhielt die Heilpflanze im fünften Jahrhundert im alten Ägypten: Bereits hier wurde das Kraut zum Aromatisieren von Getränken genutzt. Später glaubte man, es könnte Dämonen fernhalten und dunkle Magie abwehren. Sogar als Abtreibungsmittel fand Wermut Verwendung. So abstrus die Einsatzgebiete der Vergangenheit klingen, Wermutkraut findet man noch heute in vielen Teerezepturen aufgrund der positiven Eigenschaften bei Verdauungsproblemen.

Wermutkraut enthält eine hohe Konzentration an Bitterstoffen, die verdauungsfördernde Eigenschaften haben. Sie regen durch die verbesserte Durchblutung des Verdauungstraktes den Appetit an. Ebenso können Blähungen gemildert werden und die Leberfunktion angeregt werden. Auch Verstopfungen wird entgegengewirkt. Bei Appetitlosigkeit empfiehlt es sich dreimal täglich eine frisch zubereitete Tasse Wermutkraut-Tee circa eine halbe Stunde vor dem Essen zu trinken. Dazu übergießt man circa 1 g der Droge mit 150 ml siedendem Wasser und lässt den Tee etwa 10 bis 15 Minuten ziehen. Bei Blähungen sollte der Tee nach der Mahlzeit getrunken werden. Die maximale Menge an verwendeter Teedroge pro Tag beträgt drei Gramm.

Bei Gastritis oder anderen dyspetischen Beschwerden kann der Patient auf fertige wässrige Auszüge oder Tinkturen zurückgreifen. Die Firma Schoenenberger vertreibt einen naturreinen Wermutkraut-Presssaft. Dieser ist zur Anwendung bei gastrointestinalen Beschwerden, insbesondere Appetitlosigkeit, ab dem 18. Lebensjahr indiziert. Es werden mit Hilfe des Dosierbechers zweimal täglich je 5 ml Saft 30 Minuten vor, oder direkt nach den Mahlzeiten eingenommen. Die maximale Einnahmedauer ist auf vier Wochen beschränkt.

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