Kita-Keime kommen nach Hause

Übelkeit & Erbrechen: Zeit der Magen-Darm-Infekte

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Berlin -

Herbst und Winter gelten allgemein als Zeit der Infekte. Neben Erkältungen kommen häufig auch Magen-Darm-Infekte hinzu. Vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Schulen oder Seniorenheimen kommt es häufig zu Ausbrüchen. Nicht selten erkranken dabei auch Familienangehörige zu Hause. Neben einer guten Hygiene ist auch die richtige Behandlung der Infekte wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Für viele gastrointestinale Virusinfekte sind im Winter Rotaviren und Noroviren verantwortlich. Beide führen zu massiven Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Oft werden sie von starken krampfartigen Bauchschmerzen begleitet. Doch auch andere Erreger können im Winter zur „Magen-Darm-Grippe“ führen. In vielen Fällen kommen ausgeprägte Schwäche, Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen hinzu. Letztere entstehen meist im Verlauf der Erkrankung durch eine Dehydrierung.

Was passiert beim Erbrechen im Körper?

Durch die Erreger werden die Schleimhäute im Gastrointestinaltrakt angegriffen – entweder direkt oder indirekt durch Gifte, die von den Erregern produziert werden. Im Gehirn wird dadurch das Brechzentrum aktiviert, wodurch es zu Übelkeit kommt. Die Bauchmuskeln ziehen sich zusammen und üben massiven Druck auf den Magen aus, wobei auch das Zwerchfell behilflich ist. Dadurch kommt es zu Kontraktionen, die letztlich zum Würgen führen und den Mageninhalt herausbefördern. Damit Erbrochenes nicht in die oberen Atemwege gelangt, verschließen sich Luftröhre und der Nasen-Rachenraum, außerdem hält die Atmung an.

Stuhl & Erbrochenes als Infektionsquelle

Die Viren werden meist über Schmierinfektionen übertragen: Erkrankte scheiden Massen von Erregern über den Stuhl aus. Außerdem bilden sich beim Erbrechen winzige Viruströpfchen. Bei unzureichender Hygiene haften kleinste Partikel an den Händen und werden so auf Oberflächen wie Türgriffe, Handläufe und Armaturen übertragen. Über die Hände gelangen die Viren schließlich in den Mund und somit in den Körper. Gemeinschaftseinrichtungen stellen daher die ideale Brutstätte für Keime dar.

Je nach Inkubationszeit treten bereits wenige Stunden bis einige Tage nach der Ansteckung erste Symptome auf. Meist beginnt der Infekt plötzlich und heftig. Besonders gefährdet sind Kleinkinder unter fünf Jahren, vorerkrankte Personen und Senioren: Diese Patientengruppen reagieren besonders empfindlich auf den Flüssigkeitsverlust. Daher sollte bei starken Symptomen oder einer Krankheitsdauer von mehr als zwei Tagen immer ein Arzt aufgesucht werden, um Komplikationen rechtzeitig zu erkennen. Auch in folgenden Fällen sollte ein Arzt hinzugezogen werden:

  • Kreislaufprobleme
  • Verwirrtheit
  • hohes Fieber
  • Blut im Stuhl
  • anhaltender Brechreiz
  • Wenn auch kleinere Flüssigkeitsmengen direkt erbrochen werden

Symptomatische Behandlung möglich

Leichtere Beschwerden können symptomatisch behandelt werden: Besonders wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Elektrolytmischungen können ebenfalls sinnvoll sein, um den Kreislauf stabil zu halten und den Körper zu versorgen. Zusätzlich können – je nach Symptomatik – Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen oder Antidiarrhoika zum Einsatz kommen. Auf Substanzen, die den Darm lähmen, sollte jedoch verzichtet werden: Schließlich versucht der Körper die Erreger durch die Symptome aus dem Körper zu schleusen und schnellstmöglich loszuwerden. Besser sind Wirkstoffe, die die Darmflora stabilisieren und aufbauen, oder solche, die Wasser im Darm binden.

Betroffene sollten während des Infektes nur kleine Mengen Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen, um den gereizten Magen-Darm-Trakt nicht zu überlasten. Gut geeignet sind sanfte oder verdünnte Tees wie Kamille oder Fenchel. Außerdem sollte auf Schonkost gesetzt werden. Viele Betroffene haben jedoch ohnehin keinen Appetit.

Hygiene kann Ansteckungen vermeiden

Wichtig ist neben der Behandlung auch die Hygiene: Denn nur so können Ansteckungen vermieden werden. Erbrochenes sollte sofort entfernt werden, da es als hochansteckende Infektionsquelle gilt. Betroffene sollten am besten isoliert werden und nach Möglichkeit eigene Sanitäranlagen und (Einmal-)Handtücher nutzen. Der Kontakt zu anderen sollte auf ein Minimum begrenzt werden.

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