Starkes Trio: Fenchel, Kümmel, Anis | APOTHEKE ADHOC
Magen-Darm-Beschwerden

Starkes Trio: Fenchel, Kümmel, Anis

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Berlin -

Bestimmte Kombinationen sind aus der Phytotherapie nicht wegzudenken: Eine davon ist das Trio aus Fenchel, Kümmel und Anis bei Magen-Darm-Beschwerden. Die Einzelwirkungen der Pflanzen ergänzen sich gut, aber auch einzeln bieten die Vertreter vielseitige Einsatzmöglichkeiten.

Alle drei Heilpflanzen haben das Einsatzgebiet bei Magen-Darm-Beschwerden. Die Heilwirkung geht dabei in erster Linie von den enthaltenen ätherischen Ölen aus: Bei Anis und Fenchel stellt trans-Anethol das wichtigste Öl dar. Fenchel enthält zudem noch größere Mengen Fenchon, bei Kümmel ist Carvon die wichtigste Substanz. Die verschiedenen Öle wirken krampflösend, karminativ und verdauungsfördernd. Daher bringen sie vor allem bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Durchfall und Magenkrämpfen Linderung.

Besonders beliebt ist der Einsatz als Teemischung: Das Trio wird häufig als Fertigprodukt lose oder in Form von Filterbeuteln angeboten, aber auch ein frischer Tee kann aus den Einzelbestandteilen einfach selbst hergestellt werden: Dazu wird jeweils ein halber bis ein ganzer Teelöffel der Früchte angestoßen – am besten unmittelbar vor der Zubereitung. Dadurch können die ätherischen Öle entweichen und ihre volle Wirkung entfalten. Der aufgegossene Tee sollte zugedeckt ungefähr 10 bis 15 Minuten ziehen, damit die ätherischen Öle nicht verfliegen können. Der Tee wird aufgrund seiner entkrampfenden Eigenschaften häufig auch bei Gallenkoliken eingesetzt.

Die verschiedenen Arzneipflanzen sind ebenso in diversen Fertigarzneimitteln zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden enthalten: Auf dem Markt sind sowohl Tropfen wie auch Weichkapseln, die mit den ätherischen Ölen gefüllt sind. Oft sind neben Fenchel, Kümmel oder Anis auch andere Heilpflanzen wie Pfefferminze, Angelikawurzel oder Melisse enthalten. Die Präparate sollen je nach Zusammensetzung gegen verschiedenste Verdauungsbeschwerden helfen.

Auch bei Säuglingen und Kleinkindern hat sich der Einsatz des Trios bewährt: Fenchel, Kümmel und Anis sind in der Babypflege sehr beliebt und werden auch gern von Hebammen und Kinderärzten empfohlen. Für Kinder eignet sich vor allem Fencheltee, jedoch sollte der Aufguss nur verdünnt angewendet werden: So hat sich der Tee bei Dreimonatskoliken aufgrund der krampflösenden Wirkung bewährt. Fenchelöl wird häufig auch zur äußerlichen Anwendung bei Säuglingen mit Verdauungsbeschwerden eingesetzt: MitKümmel kombiniert wird das Öl in kreisenden Bewegungen auf den Bauch des Säuglings aufgetragen und mit kreisenden Bewegungen einmassiert. Es löst Luftansammlungen im Darm und entspannt den Bauch.

Ein weiteres Einsatzgebiet von Fenchel, Kümmel und Anis ist die Milchbildung: Still- und Milchbildungstees enthalten häufig eine Kombination der drei Heilpflanzen. Solche Tees sollen die körpereigene Milchbildung der Frauen steigern und zudem indirekt über die Muttermilch beim Kind dafür sorgen, dass die Verträglichkeit der Milch verbessert wird. Tees mit Salbei oder Pfefferminze sollen hingegen die Milchproduktion verringern. Nachgewiesen sind diese Wirkungen jedoch nicht.

Fenchel besitzt nicht nur Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt: Die Knolle hat ebenso schleimlösende und antibakterielle Eigenschaften. Bei Erkältungen mit festsitzendem Husten und Schnupfen kann Fenchel daher ebenso als Tee oder Honig zum Einsatz kommen. Vor allem der sogenannte „Fenchelhonig“ – eine Mischung aus Fenchelsirup und Honig, den bereits Hildegard von Bingen zu schätzen wusste – hat sich bei zähem Schleim und Reizhusten bewährt. Er wirkt schleimlösend, aber gleichzeitig reizmindernd. Daher hilft er nicht nur bei Husten, sondern auch bei rauer Stimme und Heiserkeit. Jedoch sollte er erst bei Kindern ab einem Jahr angewendet werden. Anis hat ähnliche Anwendungsgebiete: Zubereitungen lösen festsitzenden Schleim aus den Bronchien und fördern dessen Abtransport. Der Konsum sollte in Maßen erfolgen: Den enthaltenen Substanzen Estragol und Methyleugenol wird ein krebsauslösendes und erbgutschädigendes Potenzial nachgesagt.

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