Heilpflanzenporträt

Sennesfrüchte: Natürlich abführen mit Einschränkungen

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Ein Tee kann mit ungefähr einem Gramm Sennesblättern oder Sennesfrüchten hergestellt werden, dies entspricht einer Anthranoid-Menge von rund 20 bis 30 mg. Dazu wird die getrockene Droge mit etwa 200 ml kochendem Wasser übergossen und gut 15 Minuten ziehen gelassen. Sinnvoll ist eine Kombination mit anderen abführenden Arzneidrogen wie Faulbaumrinde oder entkrampfenden Pflanzen wie Kümmel oder Fenchel.

Häufig treten unter der Verwendung Magen-Darm-Beschwerden wie starke krampfartige Bauchschmerzen auf. Eine niedrige Einstiegsdosierung kann helfen, solche Symptome zu reduzieren. Außerdem kann es während der Anwendung zu einer Verfärbung des Harns kommen. Bei längerer Einnahme kann es zu Problemen mit dem Wasser- und Elektrolythaushalt kommen – vor allem Kaliumverluste sind möglich. Dadurch kann es zur Verstärkung der Wirkung von Digitalispräparaten kommen und auch die Wirkung von Antiarrhythmika kann beeinflusst werden. Eine Verstärkung des Kaliumverlustes ist durch gleichzeitige Einnahme von Thiaziddiuretika ebenfalls möglich.

Bei chronischem Gebrauch kommt es zu Darmträgheit und Pigmenteinlagerungen in die Darmschleimhaut. Daher sollten Präparate mit Sennesfrüchten und Sennesblättern nicht regelmäßig, sondern maximal für einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen verwendet werden. Kontraindiziert ist die Arzneipflanze bei Darmverschluss, Blinddarmentzündung, entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sowie abdominalen Schmerzen unbekannter Ursache. Außerdem ist während der Schwangerschaft und Stillzeit von einer Einnahme abzuraten, da verschiedene Anthranoide möglichenerweise genotoxische Eigenschaften besitzen. Ebenso sollen Kinder unter zwölf Jahren Sennesblätter beziehungsweise Sennesfrüchte nicht einnehmen.

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