Reizdarm: Leitlinie empfiehlt Phyto

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Berlin - Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen und Unwohlsein sind nur einige Symptome, die mit einem Reizdarmsyndrom (RDS) in Verbindung stehen und die Lebensqualität beeinträchtigen. In der westlichen Welt sind bis zu 25 Prozent der Menschen betroffen, wobei Frauen häufiger erkranken. In den vergangenen Jahren sind immer mehr Präparate für die Selbstmedikation auf den Markt gekommen. Doch nur wenige haben es in die S3-Leitlinie RDS der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheite (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motolität (DGNM) geschafft. Eine Empfehlung ist bereits seit mehr als 58 Jahren auf dem Markt.

Zur Diagnose des RDS müssen verschiedene Punkte erfüllt sein. Laut Definition müssen die Beschwerden chronisch – also länger als drei Monate – bestehen. Möglich sind beispielsweise Bauschmerzen oder Blähungen, die in der Regel mit Veränderungen des Stuhlgangs einhergehen. Außerdem muss gewährleistet sein, dass der Betroffene aufgrund der Beschwerden einen Arzt aufsucht, weil die Lebensqualität relevant beeinträchtigt ist. Der Mediziner muss dann ausschließen, dass eine andere Erkrankung die Beschwerden verursacht. Schon vor 3000 Jahren hatte Hippokrates bei einem Patienten die Symptome eines RDS beschrieben.

Mediziner unterscheiden im Wesentlichen drei Subgruppen, die etwa je ein Drittel der Patienten ausmachen – Diarrhoe-dominat, Obstipation-dominat und alternierend. Zudem werden die Betroffenen in drei Schweregrad-Scores unterteilt. Das RDS wird zudem häufig mit psychischen oder somatoformen Störungen assoziiert. Den Beschwerden liegen Störungen der intestinalen Barriere, der Motilität, der Sekretion und der viszeralen Sensibilität zugrunde. Oft ist auch das enterale Immungleichgewicht gestört. Mikroinflammationen der Darmmukosa können in einer lokalen Zunahme von Immunzellen wie Mastzellen oder T-Lymphozyten begründet sein.

Die Therapie erfolgt symptomorientiert und zielt unter anderem auf die Behandlung von Schmerz und Diarrhoe ab. Die Leitlinie empfiehlt beispielsweise periphere Analgetika, lösliche Ballaststoffe, trizyklische Antidepressiva, Spasmolytika und lösliche Ballaststoffe, aber auch Probiotika und Phytotherapeutika. Unter den Phytos ist die Pflanzenmixtur STW-5 bei RDS-O aufgeführt. Der Lösung aus neun Heilpflanzen wird der Evidenzgrad B zugesprochen. Die Rede ist von Iberogast (Bayer), bestehend aus Bitterer Schleifenblume, Angelikawurzel, Kamillenblüten, Kümmelfrüchten, Mariendistelfrüchten, Melissenblättern, Pfefferminzblättern, Schöllkraut und Süßholzwurzel. Das Arzneimittel wird zur Behandlung von funktionellen und motilitätsbedingten Magen-Darm-Erkrankungen wie Reizmagen und RDS und zur unterstützenden Behandlung von Beschwerden einer Gastritis angewendet. Iberogast ist das einzige Phytotherapeutikum, das für die Behandlung von Reizmagen und Reizdarm zugelassen ist. Die Leitlinie empfiehlt eine dreimal tägliche Anwendung von je 20 Tropfen in Wasser oder einer anderen Flüssigkeit mit Ausnahme von Grapefruitsaft vor oder während einer Mahlzeit.

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