Ernährungsweisen

Mit FODMAP gegen Verdauungsprobleme Eva Bahn, 14.06.2019 14:05 Uhr

Berlin - Die Diagnose Reizdarm steht für die betroffene Patientengruppe meist erst am Ende einer langen Odyssee fest. Viele Betroffene haben etliche Untersuchungen hinter sich bringen müssen, immer mit der Angst, dass eine schwerwiegende Erkrankung hinter den Symptomen steckt. Was kann man ihnen in der Apotheke neben den bekannten Medikamenten als Zusatzempfehlung mit auf den Weg geben? Eine Möglichkeit ist die sogenannte FODMAP-Diät.

Der Name FODMAP leitet sich vom englischen „fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols“ her, was so viel bedeutet wie: vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker und mehrwertige Alkohole. All diese Nahrungsbestandteile können nämlich bei ihrer Resorption aus dem Dünndarm verschiedene Probleme bereiten. Dabei sind sie per se nicht schädlich, sondern sie produzieren bei ihrer Verdauung vermehrt Gase, die den gereizten Darm zusätzlich irritieren. Viele Reizdarm-Patienten profitieren hier von einer Diät, bei der FODMAP reduziert oder komplett weggelassen werden.

Ein sogenannter Reizdarm liegt vor allem dann vor, wenn der Patient über unregelmäßigen und unvollständigen Stuhlgang klagt. Durchfälle und Verstopfung wechseln sich ab, zudem treten häufig krampfartige Bauchschmerzen in unterschiedlicher Intensität auf. Blähungen, Bauchdeckenspannung, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen flankieren die Beschwerden, was oft zu einem Rückzug aus dem sozialen Umfeld führt. Die Begleitsymptome der Reizdarm-Diagnose sind daher oft schwer zu ertragen. Der Kunde ist dankbar, eine Möglichkeit eröffnet zu bekommen, parallel zur Medikation selbst an einer Besserung seiner Beschwerden mitwirken zu können. Vor der Eigendiagnose Reizdarm sollte selbstverständlich ein Arzt konsultiert werden, denn die Symptome können auch von anderen Grunderkrankungen verursacht werden.

Das Prinzip von FODMAP ist schnell erklärt, doch nicht jeder Kunde weiß sofort, in welchen Nahrungsmitteln Lactose, Fructose oder Sorbitol vorkommen. Hier lohnt es sich, genauer nachzuhaken und dem Patienten bei Bedarf eine kleine Liste mitzugeben. Nicht jeder Reizdarmgeplagte reagiert außerdem auf die gleichen Nahrungsmittel mit körperlichen Beschwerden. Sinnvoll ist es daher, zunächst alle in Frage kommenden Nahrungsmittel für sechs bis acht Wochen zu vermeiden. Bessert sich das Reizdarmsyndrom, so können versuchsweise nacheinander verschiedene Lebensmittel wieder auf den Speiseplan aufgenommen werden. So lassen sich am Ende gezielt genau die Speisen vermeiden, die nicht vertragen werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Dank und Mahnung nach Corona-Infektion

Spahn meldet sich aus der Quarantäne zu Wort»

Entwicklungsstaatssekretär Martin Jäger

Nach Treffen mit Spahn: Staatssekretär positiv auf Corona getestet»

Faktencheck

Flyer in Briefkästen: Corona-Leugner verteilen Falschinformationen»
Markt

Aromatherapie aus dem Allgäu

Echt Dufte: Naturkissen aus Handarbeit»

Nach Zava, Fernarzt und GoSpring

Tele-Ärzte: Noventi schließt Kry an»

OTC-Hersteller

Biegert wird Chef bei Murnauer»
Politik

Freie Apothekerschaft

TSE: 626 Fußballfelder voll Kassenbons – zusätzlich»

Apothekenstärkungsgesetz

VOASG: Temperaturkontrolle für Holland-Versender»

Griff in die Rücklagen

AOK-Chef wehrt sich gegen Spahn-Gesetz»
Internationales

Wegen drohender Opioid-Strafen

Walmart verklagt US-Regierung»

Opioid-Epidemie in den USA

Oxycontin: Purdue schließt Milliarden-Vergleich»

Pharmakonzerne

Takeda baut in Österreich»
Pharmazie

Schutzeffekt in Phase-III

Grippeimpfstoff: Tabakpflanze statt Hühnerei»

AMK-Meldung

Neurax: 160 Packungen Tadalafil verloren»

Nicht nur ACE-2

Neuropilin: Zweiter Eintritts-Rezeptor für Sars-CoV-2»
Panorama

Brandsätze gegen Fassade geworfen

Anschlag auf RKI – Staatsschutz ermittelt»

Kunstautomat an der Apotheke

Mini-Gemälde statt Zigarette»

Die Pandemie kreativ nutzen

Ernährungsberaterin, Trainerin und jetzt auch noch Podcast!»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Spahns Unterschriftenmappe»

adhoc24

Temperaturkontrollen im Versand / Corona-Impfstoff / Schnelltests in Apotheken»

Versandapotheken

DocMorris wirbt für Online-Ärzte»
PTA Live

Lokalanästhetika mit Klümpchenbildung

Rezepturtipp: Polidocanol»

Schutzmaßnahmen und Zukunftssorgen

Apothekenteams fürchten langen Corona-Winter»

Mikronährstoff-Stiefkinder

Wofür ist eigentlich Mangan?»
Erkältungs-Tipps

Erkältung, Allergie, Medikamente

Schnupfen ist nicht gleich Schnupfen»

Wenn die Temperatur steigt

Hausmittel bei Fieber: Wann und wie?»

Erkältung in Corona-Zeiten

No Go: Husten als Stigma»
Magen-Darm & Co.

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»

Vitamin-B12-Mangel

Fehlender Intrinsic Factor»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»

Geschlechtsbestimmung

Mädchen oder Junge? Der Genetik auf der Spur»

Kaiserschnitt ist kein Muss

HIV und Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»

Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur»

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»
HAUTsache gesund und schön

Verwöhnprogramm für die Haut

Pflege hoch zwei: Gesichtsmaske und Peeling»

Viel hilft nicht immer viel

Überpflegung der Haut»

Aufbau, Alterung und Pflege

Unterschiede von Frauen- und Männerhaut»