Darmkrebs-Vorsorge

iFOBT: Immunologischer Stuhltest kann Risiko ermitteln

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Berlin -

Die Darmkrebsvorsorge ist ein extrem wichtiger Baustein, um Karzinome frühzeitig entdecken und behandeln zu können und somit die Überlebenschancen zu verbessern. Ein immunologischer Stuhltest kann dabei das Risiko ermitteln und herausstellen, ob eine Koloskopie notwendig ist oder nicht.

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 73.000 Menschen an Darmkrebs, etwa 27.000 Patienten sterben jährlich daran. Damit zählt Darmkrebs zu den häufigsten Tumorarten und liegt bei den Krebstodesursachen auf Platz zwei. Die Früherkennung ist daher ein wichtiger Baustein der Prävention. Meist kommen dabei Darmspiegelungen zum Einsatz – viele Menschen scheuen sich jedoch vor dem Eingriff und meiden daher die Vorsorgeuntersuchungen.

Angst vor Darmspiegelung beeinflusst Früherkennung

Viele Betroffene suchen erst einen Arzt auf, wenn es zu Beschwerden kommt – häufig ist der Tumor dann bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und kann nur noch schwer behandelt werden. Dabei können Stuhltests bereits Hinweise liefern, beispielsweise der immunologisch fäkale Okkultbluttest – kurz auch „iFOBT“ genannt. Dabei handelt es sich um eine zuverlässige Früherkennungsmethode für Darmkrebs und dessen Vorstufen. Er kann beispielsweise bei der Primärversorgung symptomatischer Patienten mit niedrigem Risiko zum Einsatz kommen und helfen das Darmkrebsrisiko zu bestimmen. Danach kann entschieden werden, ob eine Überweisung für eine Koloskopie erfolgen muss oder nicht.

Eine Studie aus England hat den Nutzen des iFOBT-Tests ermittelt: Eingeschlossen wurden knapp 4000 Patienten ab einem Alter von 50 Jahren mit möglichen Symptomen eines Kolorektalkarzinoms. Sie litten unter unklaren Bauchschmerzen, Veränderungen des Stuhlgangs, Gewichtsverlust oder einer Anämie. War der iFOBT Test positiv – das bedeutet es wurden mehr als 10 µg Hb/g Stuhl gefunden – wurden weitere Untersuchungen durchgeführt.

Bei insgesamt 618 der Teilnehmer fiel der Test positiv aus, Männer und Frauen waren fast gleich häufig betroffen. Das durchschnittliche Alter der Betroffenen lag bei den Männern bei 71 Jahren, Frauen waren mit durchschnittlich 63 Jahren früher erkrankt. Der Großteil der Patienten wurde daraufhin zu einem Gastroenterologen überwiesen. Bei sieben Prozent wurde innerhalb des nächsten Jahres ein Darmkrebs diagnostiziert. Bei den Patienten mit negativem Test wurden nur knapp zehn Prozent zum Facharzt überwiesen, dennoch erhielten 0,2 Prozent später die Diagnose Darmkrebs.

Die Sensitivität des iFOBT liegt damit bei 84,3 Prozent, die Spezifität bei 85 Prozent. Der positive Vorhersagewert beträgt sieben Prozent. Zwischen der Durchführung des Tests und der Diagnosestellung vergingen durchschnittlich 34 Tage. Somit kann der Test ein sinnvolles Tool bei der Früherkennung von Darmkrebs sein, allerdings sollten auch negativ getestete Personen mit Symptomen weiter überwacht und gegebenenfalls untersucht werden.

Darmkrebs: Daten und Fakten

Der Begriff Darmkrebs steht im Grunde genommen für verschiedene Tumorarten: Dazu zählen Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolon), des Enddarms (Rektum) und des Darmausgangs (Anus). Häufig werden sie auch als „kolorektale Karzinome“ bezeichnet. Die meisten Tumore entstehen in den letzten 30 bis 40 Zentimetern des Darms. Dünndarm und After sind eher selten betroffen.

Während die Zahl der Neuerkrankungen wächst, sinken die Sterberaten stetig. Das Risiko nach einem Tumor erneut zu erkrankten sinkt mit den Jahren, die Tumornachsorge wird daher nach fünf Jahren beendet – Patienten gelten dann als geheilt. Wie gut die jeweiligen Heilungschancen sind, hängt vom Erkrankungsstadium ab: Wird der Tumor frühzeitig erkannt, liegt die Wahrscheinlichkeit wieder gesund zu werden bei über 90 Prozent. Dies zeigt den bedeutenden Stellenwert der Früherkennung.

 

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