Von fremden Bakterienstämmen profitieren

Stuhltransplantation: Chancen für Kolitis-Patienten Alexandra Negt, 08.01.2020 14:02 Uhr

Clostridien scheiden Giftstoffe aus. Diese führen zu starken Diarrhoen samt mitunter lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlust. Auch blutige Durchfälle können auftreten, denn das Gift des Keims zerstört die Schleimhautschichten und es kommt zu Fibrinausschwitzungen, die in der Koloskopie als „Katzenköpfe“ beschrieben werden. Leitsymptome der Erkrankung sind Durchfall und Bauchkrämpfe.

Eine längere Antibiotika-Einnahme begünstigt die Besiedlung mit Clostridien. Gewisse Wirkstoffe fördern diesen Vorgang mehr als andere: Lincosamide, Cephalosporine und Chinolon-Antibiotika sind hervorzuheben. Antibiotika stören im Allgemeinen die physiologische Darmflora. Darüber hinaus sorgen die Wirkstoffe für Verschiebungen im Gallensäurehaushalt, so dass die Vermehrung von vegetativen Formen des Clostridioides difficile nicht mehr ausreichend gehemmt wird. Da das Bakterium im sauren Milieu des Magens weitgehend zerstört wird, stellen Protonenpumpenhemmer (Pantoprazol, Omeprazol) einen Risikofaktor für eine Antibiotika-assoziierte Diarrhoe dar.

Trotz einer antibiotischen Therapie, erkranken 10 bis 30 Prozent der Clostridien-Patienten innerhalb von zwei Monaten wieder an dem Keim – die Darmschleimhaut kommt nicht zur Ruhe und eine erneute Antibiotika Einnahme wird erforderlich. Erste Studien zur Wirksamkeit einer Stuhltransplantation zeigen positive Ergebnisse. Eine einmalige Behandlung, egal ob per Einlauf oder durch die Einnahme von Kapseln, führt bei 60 bis 90 Prozent der Patienten zur Rezidivfreiheit. Neben der ursprünglichen Indikation "Antibiotikaassoziierte Kolitis" werden weitere Indikationen untersucht, vor allem chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Seit 2012 gibt es in den USA eine Stuhlbank.

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