Unverträglichkeiten

Beratungstipps bei Nahrungsmittelallergien Eva Bahn, 17.07.2019 14:46 Uhr

Wer bereits gegen bestimmte Pollen, Latex oder Hausstaubmilben allergisch ist, bei dem treten auch häufiger Kreuzreaktionen mit bestimmten Lebensmitteln auf. Häufig vertragen Birken-/Erlen-/Haselpollenallergiker keine Nüsse, Steinfrüchte, Äpfel, Birnen oder Kiwi. Latexallergiker dagegen haben oft Probleme mit Bananen, Feigen, Avocado, Spinat, Tomaten oder sogar Kartoffeln. Kinder reagieren häufiger allergisch auf Kuhmilch, Eier, Nüsse und Weizen, was sich aber etwa bei der Hälfte der Betroffenen bis zum Schulalter wieder legt. Latexallergiker hingegen vertragen oft keine Schnecken oder Schalentiere und reagieren bereits bei kleinsten Mengen mit körperlichen Symptomen. Hat ein Säugling eine solche Allergie, darf auch die stillende Mutter dieses Allergen nicht zu sich nehmen.

Da bereits bei kleinsten eingenommenen Mengen des Allergens eine lebensgefährliche Situation durch einen anaphylaktischen Schock eintreten kann, müssen verarbeitete Lebensmittel bereits bei Spuren eines Inhaltsstoffes, diesen auf der Verpackung kennzeichnen. Zu diesen vierzehn Gruppen gehören unter anderem Gluten, Milch und Nüsse. Je ausgeprägter die Unverträglichkeiten sind, desto eher sollten Nahrungsergänzungsmittel empfohlen werden, um eventuelle Defizite abzudecken. Wer trotz Eliminationsdiät Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt hat, kann auf pflanzliche Medikamente zurückgreifen um die Verträglichkeit zu verbessern und Symptome zu lindern.

Betroffene sollten ebenfalls darüber Bescheid wissen, dass die Verarbeitung der Lebensmittel eine Rolle bei der Verträglichkeit spielen kann. Werden Früchte erhitzt, so rufen sie im Gegensatz zu allergieauslösenden, eiweißhaltigen Nahrungsmitteln meist keinerlei Allergien mehr aus. Birkenpollenallergiker vertragen Sellerie nach dem Kochen gut, während bei Beifußallergikern keine bessere Verträglichkeit spürbar ist. Das liegt daran, dass in Sellerie zwei verschiedene Allergene enthalten sind, von denen eines hitzestabil ist. Fertigsuppen sind daher für diese Personengruppe ungeeignet. Ein weiterer Tipp für die Beratung betroffener Kunden: Wird eine Pollenallergie mittels Hyposensibilisierung therapiert, so kann sich bei vielen Leidtragenden auch die Nahrungsmittelallergie bessern.

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