Tabuthema Pilzinfektionen

Vaginalpilz in der Schwangerschaft Cynthia Möthrath, 28.11.2019 13:39 Uhr

Berlin - Egal ob während der Schwangerschaft oder nicht – Vaginalpilz ist für betroffene Frauen immer ein unangenehmes Thema. Doch Schwangeren ist die Infektion meist nicht nur peinlich, sie machen sich zusätzlich Sorgen um ihr ungeborenes Kind. Kann die Infektion dem Baby schaden? Und gibt es während der Schwangerschaft überhaupt geeignete Behandlungsmethoden?

Die Vaginalflora besteht zum Großteil aus Lactobazillen: Diese bilden Milchsäure und Wasserstoffperoxid und sorgen so für ein saures Scheidenmilieu mit einem pH-Wert von ungefähr 3,8 bis 4,4. Hormonelle Schwankungen können die Flora beeinflussen. Daher leiden Schwangere häufig unter einer Pilzinfektion im Intimbereich: Zum einen ist das Immunsystem während dieser Zeit sehr empfindlich. Zum anderen lassen die Schwangerschaftshormone den Zuckergehalt in den Zellen der Vaginalschleimhaut ansteigen. Dadurch hat Candida albicans – der in rund 80 Prozent der Fälle für die Infektion verantwortlich ist – leichtes Spiel und kann sich ausbreiten. Oft verläuft eine Pilzinfektion zunächst asymptomatisch. Erst im weiteren Verlauf kommt es zu den typischen Beschwerden wie Jucken und Brennen im Intimbereich. Auch Schwellungen oder Rötungen können hinzukommen. Häufig kommt es auch zu einem krümeligen, weiß-gelblichen Ausfluss.

Scheidenpilz in der Schwangerschaft ist jedoch für Mutter und Kind nicht gefährlich: Bisher gibt es weder Hinweise auf gehäufte Früh- oder Fehlgeburten, noch auf kindliche Missbildungen infolge einer vaginalen Pilzerkrankung der Mutter während der Schwangerschaft. Die Infektion geht in der Regel nicht auf das Ungeborene über, solange sie vor der Geburt behandelt wird. Tritt die Infektion unmittelbar vor der Geburt auf und kann nicht mehr rechtzeitig behandelt werden, so kann sie beim Geburtsvorgang auf das Kind übergehen. Das ist zwar nicht lebensbedrohlich, kann jedoch zu unangenehmen Pilzinfektionen im Mundraum, Windelbereich oder der Kopfhaut führen, die entsprechend behandelt werden müssen.

Wichtig ist, dass Schwangere bei der Vermutung, an einem Scheidepilz erkrankt zu sein, zum Arzt gehen. Selbstmedikation ist hier fehl am Platz! Denn ein unbehandelter Scheidenpilz kann die Entstehung anderer Krankheiten begünstigen: Die angegriffene Vaginalflora bildet einen guten Nährboden für andere Krankheitserreger wie Bakterien. Diese können im Gegensatz zu Pilzen das Risiko für Fehl- oder Frühgeburten erhöhen und unter Umständen gefährlich sein.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Arzneimittelproduktion

Lieferengpässe: EU lockert Kartellrecht»

Apothekengesetze

Notfallbeschaffung: Spahn setzt Apothekenpflicht aus»

Engpässe wegen Corona

Hilferuf: Gesundheitsminister schreibt an Hersteller»
Markt

Wegen Corona und eRezept

Shop Apotheke sammelt 65 Millionen Euro ein»

Arzneimittelproduktion in der Corona-Krise

Dermapharm: Standortvorteil Deutschland»

Videosprechstunde

BKK und IKK: Mit Telemedizin gegen Corona»
Politik

BPhD fordert Kompetenzerweiterung des BMG

Pharmaziestudenten wollen Notstands-Approbationen»

Botendiensthonorar

Abda: Kein Abschlag auf Corona-Zuschläge»

Corona-Maßnahmen

RKI-Chef: „Positiver Trend“ erkennbar»
Internationales

Maßnahmen gegen Corona

Österreich: Erste Geschäfte dürfen ab 14. April öffnen»

Wegen Mangel an Beatmungsgeräten

Tauchermasken für die Intensivstation»

Medizinische Schutzausrüstung

Trump: Export-Verbot von knappen Atemschutzmasken»
Pharmazie

Passive Immunisierung

Mit Blutplasma gegen Covid-19»

Intravitreale Injektionen

Bayer: Eylea ab sofort als Fertigspritze»

„Compassionate Use“

Remdesivir-Therapie: Voraussetzungen und Ablauf»
Panorama

BAVC

Kurzarbeit in der Chemie- und Pharmabranche steigt rasant»

Hamburg

UKE empfiehlt Lockerung der Corona-Auflagen noch im April»

Deutsche Gesellschaft für Sterilgutversorgung

Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken: Das sagen die Experten»
Apothekenpraxis

Corona-Maßnahmen

Teilmengen: Kassen trauen Apotheken nicht»

AVWL fordert gleiche Regeln für Apotheken und Arztpraxen

Behördenchaos wegen Infektion in Apotheke»

Neuer Download

Corona-Poster für Apotheken»
PTA Live

Blindow-Schulen gehen online

PTA-Schüler: Online-Unterricht statt Osterferien»

Der Mann mit der Tüte

PTA findet 10.000 Euro zwischen Altmedikamenten»

Tarifvertrag

Mehr Geld für Apothekenhelden: PTA startet Petition»
Erkältungs-Tipps

Schleimhautpflege gegen Infektionen

Gurgeln: Hausmittel mit Potenzial»

Wenn die Stimme versagt

Heiserkeit – Tipps für Vielsprecher»

Eukalyptus, Thymian & Co.

So geht´s: Erkältungsbad selbst herstellen»
Magen-Darm & Co.

Nicht nur Husten und Fieber

Covid-19: Durchfall als Symptom»

Tofu, Seitan & Co.

Vegan – der Verzicht auf alles tierische»

Besondere Ernährungsformen

Vegetarisch – Der Verzicht auf Fleisch»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Impfschutz

Kleiner Pieks – Großer Wert fürs Baby»

Was bedeutet Risikoschwangerschaft?

Schwangerschaft 35 +»

Scheidenpilz, Cystitis & Ischiasschmerzen

Tipps bei typischen Symptomatiken in der Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze

THC und CBD: Wo liegen die Unterschiede?»

Teil 1: Rezeptangaben und Sonderfälle

How to: Cannabisrezept»

Cannabidiol, THC, Vollspektrum & Co.

Blüte oder Extrakt – was sind die Unterschiede?»
HAUTsache gesund und schön

Sensibelchen mit besonderen Bedürfnissen

Allergische Haut: Weniger ist oft mehr»

Stärkung der Hautbarriere

Ectoin: Wasserspeicherwunder aus Bakterien»

Epidermis – die äußerste Körperschicht

Aufbau der Haut»