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TroPi: Warum kann man trotz Pille schwanger werden?

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Berlin -

Die Einnahme der Antibaby-Pille schützt ziemlich zuverlässig vor einer Schwangerschaft. Doch eine 100-prozentige Sicherheit  gibt es nicht. Manche Frauen werden trotzdem schwanger – die Gründe können vielfältig sein.

Wenn es nach dem Pearl-Index geht, zählt die Antibaby-Pille zu den sichersten Verhütungsmethoden überhaupt. Bei der Pille liegt der Pearl-Index zwischen 0,1 und 0,9. Zur Erklärung: Ein Wert von 0,1 bedeutet, dass in einem Jahr nur eine einzige Frau von 1000 Frauen trotz Pilleneinnahme schwanger wird. Bei der sogenannten Minipille ist der Pearl-Index mit 0,2 bis 3 schlechter – aber noch immer besser als beispielsweise die Kalendermethode mit einem Pearl-Index von 9 oder das Kondom mit 2 bis 12.

Trotz ihrer zuverlässigen Wirkung kann es dennoch zu ungeplanten Schwangerschaften kommen. Das kann mit verschiedenen Faktoren zusammenhängen. Ein wesentlicher Aspekt ist die regelmäßige und zuverlässige Einnahme der Pille – denn meist sind Einnahmefehler die Ursache: Wird die Pille im Trubel des Alltags unregelmäßig eingenommen oder gar vergessen, sinkt die Schutzwirkung. Sie sollte immer möglichst zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. Je nach Pillenart gibt es ein unterschiedlich großes Zeitfenster für die Einnahme. Wird die Einnahme vergessen, spielt die aktuelle Zykluswoche eine wichtige Rolle. Eine Erinnerung im Handy kann unterstützen und an die Einnahme erinnern.

Ein anderes – häufig vernachlässigtes – Problem können Magen-Darm-Beschwerden sein. Da die Pille oral eingenommen wird, nehmen gastrointestinale Beschwerden maßgeblich Einfluss auf die Resorption und damit auch die Wirkung der Pille. Häufig wird dieser Punkt unterschätzt: Denn nicht nur ein heftiger Magen-Darm-Infekt kann die Wirkung beeinflussen, sondern auch bereits einmaliger Durchfall oder Erbrechen in den Stunden nach der Einnahme. Denn dann wird der Wirkstoff direkt aus dem Körper befördert, ohne in ausreichender Menge in den Blutkreislauf aufgenommen zu werden. Besonders tückisch ist, dass die Pilleneinnahme selbst bei vielen Frauen zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann.

Doch auch bei anderen Beschwerden sollte immer die Pille im Hinterkopf sein. Das gilt vor allem dann, wenn Medikamente verordnet werden. Denn einige Substanzen können die Wirkung der Pille herabsetzen. Das prominenteste Beispiel sind Antibiotika, aber auch Johanniskrautpräparate (Vorsicht auch bei Tees!) oder Produkte mit Aktivkohle können die Aufnahme beeinträchtigen.

Wenn der Körper trotz Pilleneinnahme plötzlich typische Signale sendet, sollte daher auch an eine mögliche Schwangerschaft gedacht werden: Schwindel, Übelkeit, Spannungsgefühle in der Brust oder starke Müdigkeit können erste Symptome einer Frühschwangerschaft sein. Viele Frauen merken jedoch erst etwas, wenn die Periode ausbleibt. Da es sich bei Einnahme der Pille nicht um die eigentliche Menstruation, sondern um eine Abbruchblutung in der Pillenpause handelt, kann die Blutung allerdings trotz Schwangerschaft weiter bestehen – manchmal ist sie etwas schwächer als sonst.

Besteht der Verdacht trotz Pille schwanger geworden zu sein, sollte dies zunächst vom Frauenarzt oder der Frauenärztin abgeklärt werden – vorher gilt es Ruhe zu bewahren. Denn oftmals kann das Ausbleiben der Periode oder die Symptomatik auch andere Gründe haben. Auch ein Schwangerschaftstest Zuhause kann erste Klarheit bringen. Wenn die Periode noch nicht ausgeblieben ist, sollte möglichst ein Frühtest gewählt werden.

Ist die Schwangerschaft durch einen Test oder den Arztbesuch bestätigt, sollte die Pille in jedem Fall abgesetzt werden. Zwar gibt es bislang keine eindeutigen Hinweise auf eine Schädigung des Kindes durch die Einnahme, die Schutzwirkung ist allerdings dahin und die Einnahme damit überflüssig.

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