Wenn die Haut sich hormonell verändert

Schwangerschaftsexanthem – besondere Hautveränderung APOTHEKE ADHOC, 29.04.2020 13:54 Uhr

Um Komplikationen oder Superinfektionen zu vermeiden, sollte die Haut frühstmöglich gepflegt werden. Zunächst können Hautpflegesalben oder zinkoxidhaltige Schüttelmixturen ein Voranschreiten des Ausschlages verhindern. Kommt es dennoch zu einem bakteriellen Befall der offenen Hautstellen oder einer Entzündung, so ist der Einsatz von lokalen Antibiotika indiziert. Kommt es zu einem Pilzbefall, so müssen Antimykotika eingesetzt werden. Nystatin und Clotrimazol gelten hier als Wirkstoffe der ersten Wahl.

Zu den weniger gut geeigneten Wirkstoffen zählen teerhaltige Zubereitungen (Steinkohlenteer) und Capsaicin. Der Einsatz von Dermatika mit Metronidazol und Salicylsäure sollte nur im Einzelfall erfolgen. Von der Anwendung topischer Immunmodulatoren wie Tacrolimus oder Retinoiden wie Tretinoin ist abzusehen.

Neben dem großen Nutzen für die Entwicklung des Kindes in der Schwangerschaft ist Folsäure auch bekannt als Vitamin für Haut, Haare und Nägel. Ein Mangel an Folsäure kann sich negativ auf das Hautbild auswirken und unter anderem Auslöser für Hautveränderungen wie Unreinheiten sein. Mit einer ausreichenden Versorgung des Vitamins tragen werdende Mütter also nicht nur etwas zur normalen körperlichen und geistigen Entwicklung ihres Kindes bei, sondern sorgen auch für ihre Haut.

Austrocknung vermeiden – Pflegetipps für die Haut

Trockene Haut juckt stärker, deshalb ist ein häufiges Waschen der vom Juckreiz betroffenen Hautareale zu vermeiden. Statt ausgedehnt und heiß zu baden, sollte eine kurze Dusche oder Reinigung mit seifenfreien Tensiden, pH-neutralen Waschlotionen, rückfettenden Duschlotionen oder -ölen einmal täglich ausreichen. Die Entstehung von Austrocknungsekzemen verschlechtert den Verlauf von Schwangerschaftsexanthemen. Die Schwangere sollte auf die Bedeutung einer konsequenten und regelmäßigen Pflegeroutine hingewiesen werden. Je nach Hautzustand können eher hydrophile oder eher lipophile Cremegrundlagen gewählt werden. Sehr positiv bei Juckreiz wirken sich auch Substanzen wie Harnstoff, Dexpanthenol oder Nachtkerzenöl aus. Auf Zusätze wie Duft- oder Farbstoffe sollte verzichtet werden. Neuere Studien legen nahe, dass während der Schwangerschaft auf parabenhaltige Cremes verzichtet werden sollte. In der Apotheke können individuelle Pflegecremes in der Rezeptur hergestellt werden.

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