Schwangerschaft 35 +

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Berlin - Frauen, die mit 35 Jahren oder älter schwanger werden, erhalten ein Kreuz beim Feld „Risikoschwangerschaft“ im Mutterpass. Diese Angabe verunsichert viele Frauen – das Kreuz sollte jedoch nicht überbewertet werden und gilt in den meisten Fällen nur als Hinweis für den behandelnden Arzt. Frauen müssen, entgegen vieler Gerüchte, keine zusätzlichen Untersuchungen vornehmen. Die Statistik zeigt: Immer mehr Frauen werden erst ab 35 schwanger und gebären gesunde Kinder.

Trotz Kreuz im Mutterpass: Werdende Mütter ab 35 Jahren sollten sich von der Markierung „Risikoschwangerschaft“ nicht verunsichern lassen. Das Kreuz dient zunächst als Hinweis für den Frauenarzt, dass bestimmte Werte und Befunde genauer beobachtet werden sollten. Unabhängig vom Alter: Frauen, die einen gesunden Lebensstil pflegen, legen damit den Grundstein für ihre Schwangerschaft und die Möglichkeit für einen komplikationsfreien Schwangerschaftsverlauf. Es gibt keine verpflichtenden zusätzlichen Untersuchungen für Schwangere ab 35 Jahren.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen können Risiken für Mutter und Kind minimieren: gesundheitliche Probleme und Erkrankungen werden rechtzeitig erkannt und zügig behandelt. Bei Schwangerschaften ab 35 ist es möglich, dass Komplikationen häufiger auftreten als in jüngeren Jahren: Statistisch gesehen ist das Risiko für genetische Defekte des Ungeborenen bei Frauen, die mit 35 Jahren oder älter zum ersten Mal schwanger sind, leicht erhöht. Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck, Eiweißausscheidung im Urin und Funktionsstörungen des Mutterkuchens mit Unterversorgung des Fötus können häufiger vorkommen.

Frauen, die in ihren Mittdreißigern schwanger werden, denken häufiger über das Thema Pränataldiagnostik nach. Das Fruchtwasser gibt Aufschluss über mögliche genetische oder biochemische Schäden beim Fötus. Eine Untersuchung des Fruchtwassers wird beim Gynäkologen angeboten und ist ab der 16. Schwangerschaftswoche möglich. Medizinisch heißt diese Untersuchung Amniozentese. Auch chromosomale Besonderheiten, wie verschiedene Trisomieformen, können mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit diagnostiziert werden. Dennoch sollten bei einer Fruchtwasseruntersuchung auch die Anwendungsrisiken wie Verlust von Fruchtwasser, Verletzungen der Gebärmutter oder des Mutterkuchens sowie Blutungen, Infektionen oder eine Verletzung des ungeborenen Kindes stets bedacht werden. Bei Frauen über 35 werden die Kosten für eine solche Untersuchung komplett von der Krankenkasse getragen.

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