Polyzystisches Ovarial-Syndrom: Was steckt dahinter? | APOTHEKE ADHOC
Wenn der Eisprung ausbleibt

Polyzystisches Ovarial-Syndrom: Was steckt dahinter?

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Berlin -

Bleibt der Kinderwunsch unerfüllt, können unter anderem hormonelle Gründe dahinterstecken: Bei Frauen gehört das Polyzystische Ovarial-Syndrom (PCO) zu den häufigsten hormonellen Störungen. Mit der richtigen Behandlung können die Chancen auf eine Schwangerschaft jedoch erhöht werden.

Ernährung als wichtiger Faktor

Einen großen Einfluss hat unter anderem die Ernährung. Denn oft kann das PCO weitere Erkrankungen wie eine Insulinresistenz oder einen daraus resultierenden Diabetes nach sich ziehen. Es sollte daher auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden, welche für einen gleichmäßigen Blutzuckerspiegel ohne große Schwankungen sorgt. So wird beispielsweise durch kurzkettige Kohlenhydrate oder Süßigkeiten der Insulinspiegel in die Höhe getrieben – darunter leidet letztendlich auch der Hormonhaushalt.

Gut geeignet sind:

  • Vollkornprodukte
  • Eiweißreiche Produkte
  • Hochwertige Öle
  • Gemüse (mindestens 3 Portionen pro Tag)
  • Zuckerarme Obstsorten (Beeren, Grapefruit, Wassermelone, Aprikosen, Feigen, Kiwis, Orangen, Pflaumen; 1-2 Portionen pro Tag)

Tipp: Als Ersatz für Nudeln und Reis stehen mittlerweile verschiedene kohlenhydratarme Alternativen zur Verfügung – beispielsweise Nudeln aus Hülsenfrüchten oder Reis aus Blumenkohl.

Nicht geeignet sind:

  • Weißmehlprodukte mit kurzkettigen Kohlenhydraten (Weißbrot, Toast, Hartweizennudeln)
  • Süße Obstsorten (Trauben, Bananen, Ananas, Mangos, Nektarinen, Kirschen)
  • Süßigkeiten

Sport & Entspannung können die Hormone regulieren

Parallel zur gesunden Ernährung kann auch Sport den Hormonhaushalt positiv beeinflussen. Hierbei gibt es jedoch keine Muster-Sportart: Wichtig ist, einen Sport zu finden, der Spaß macht. Denn betroffene Frauen sollten den Sport nicht als Stress empfinden – der ist nämlich absolut kontraproduktiv. Daher sollte das Training locker angegangen werden und nicht auf einem strengen Plan basieren, der kaum einzuhalten ist.

Gut geeignet ist neben lockeren Laufeinheiten und Intervalltraining auch ein passendes Krafttraining. Allerdings sollten zwischen den Einheiten immer trainingsfreie Tage eingeplant werden. Alternativ kann auch täglich ein längerer Spaziergang für mehr Bewegung im Alltag sorgen. Außerdem können sich entspannende Sportarten wie Yoga positiv auf den Cortisol-Spiegel auswirken und Stress reduzieren – das kann sich nachweislich positiv auf PCO auswirken.

Medikamentöse Behandlungsoptionen

Helfen nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht weiter, kann auch eine Behandlung mit Medikamenten erwogen werden. Gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin kann eine passende Therapie besprochen und durchgeführt werden. Oft hilft es schon, wenn eizellreifende Medikamente wie Clomifen eingenommen werden, welche die Eizellen stimulieren. Unter ärztlicher Kontrolle kann eine Behandlung für sechs Monate stattfinden. Dadurch werden die Chancen auf einen regelmäßigeren Zyklus und einen Eisprung erhöht. Beides stellt die Basis für eine Befruchtung dar. Nach neun bis zwölf Monaten wird der Behandlungserfolg kontrolliert. Manchmal kommt es durch die Therapie zu einer Überstimulation, wodurch Wassereinlagerungen entstehen können.

Leiden betroffene Frauen unter einer Insulinresistenz, kann auch die Einnahme von Metformin sinnvoll sein. Der Wirkstoff führt zu einer verbesserten Blutzucker- und Stoffwechseleinstellung und einer Abnahme von männlichen Hormonen. Dadurch kann eine Normalisierung des weiblichen Zyklus erreicht werden.

Obwohl die Diagnose sehr belastend sein kann, sollten betroffene Frauen und Paare nicht in Panik verfallen. Denn Stress verringert die Chancen auf eine spontane Schwangerschaft. Sorgen und Ängste sollten gemeinsam besprochen werden. Es kann außerdem helfen, sich mit anderen Frauen oder Paaren in Selbsthilfegruppen auszutauschen.

Einen Download mit allen wichtigen Einflussfaktoren zum PCO gibt es hier.

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