Offener Rücken: Prävention an erster Stelle

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Berlin - Die Gesundheit des Babys steht für die Eltern an erster Stelle. Bestimmte Risiken können bereits durch eine gute Prävention gesenkt werden – so auch die Entstehung eines offenen Rückens, medizinisch auch als „Spina bifida“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen der häufigsten Neuralrohrdefekte bei Neugeborenen.

Rund eines von 1000 Kindern kommt in Mitteleuropa mit einem offenen Rücken zur Welt, Mädchen sind dabei häufiger betroffen als Jungen. Die Ursache der Spina bifida liegt in der Embryonalentwicklung: Normalerweise verschließt sich in der frühen Schwangerschaft die Vorstufe des Wirbelkanals, das sogenannte Neuralrohr. Später entwickelt sich daraus die Wirbelsäule mit dem Rückenmark.

Neuralrohrdefekt mit Folgen

Beim offenen Rücken ist dies jedoch nicht der Fall: Die eigentlich im Wirbelkanal liegenden Nerven wölben sich aus dem Rücken vor und treten an einer Stelle des späteren Rückenmarks aus. Dadurch bildet sich eine sackförmige Ausstülpung, die Teile der Rückenmarkshäute oder – in sehr schweren Fällen – sogar Rückenmark enthalten kann. Die Ausprägungen eines Neuralrohrdefekts hängen davon ab, ob und wie viel Nervengewebe austritt und wo genau sich die Öffnung befindet.

Durch den fehlenden Schutz des Rückenmarks kann die Impulsübertragung und Reizweiterleitung gestört sein, was – je nach Ausprägung – Lähmungen oder Empfindungsstörungen zur Folge haben kann. Da sich die Ausstülpung meist im Bereich des unteren Rückens befindet, kann auch die Fähigkeit zu stehen oder zu gehen beeinträchtigt sein. Es kann außerdem zu Fehlstellungen im Bereich von Hüft-, Knie- und Fußgelenken kommen oder zu einer Wirbelsäulenverkrümmung, der sogenannten Skoliose. Des Weiteren sind Nervenstörungen im Bereich von Blase und Enddarm möglich, wodurch Probleme wie Blasen- oder Darmentleerungsstörungen entstehen können.

Die genauen Ursachen für das Auftreten der Spina bifida sind noch immer nicht abschließend geklärt. Da es teilweise zu Häufungen solcher Fälle innerhalb einer Familie kommt, geht man unter anderem von genetischen Faktoren aus: Ist bereits ein Kind in der Familie betroffen, erhöht sich das Risiko, ein weiteres Kind mit Spina bifida auf die Welt zu bringen, um rund 40 Prozent. Bei zwei Kindern mit offenem Rücken in der Familie ist statistisch gesehen in der Folgeschwangerschaft eins von 20 Kindern von einem Neuralrohrdefekt betroffen.

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