Milchfluss: Grundlage für die Stillzeit

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Stillen: Ein komplexes Gleichgewicht

Beim Trinkvorgang umfasst das Kind mit dem Mund die Brustwarze und den Warzenhof. Dabei entsteht ein Unterdruck, der mit Wellenbewegungen die Milch aus den Milchgängen in den Mund des Kindes befördert. Dadurch wird automatisch ein Schluckreflex ausgelöst. Durch das Saugen wird bei der Mutter wiederum ein Nervenimpuls in Gang gesetzt, der die Ausschüttung der milchbildenden Hormone anregt. Stillen ist also ein komplexer, aber völlig natürlicher Prozess. Wird das Kind nur wenig oder gar nicht gestillt, erhält der Körper der Mutter keine entsprechenden Signale. Daher wird die Milchproduktion reduziert. Es gilt also ein harmonisches Gleichgewicht zu finden.

Muttermilch gilt nach wie vor als ideale Nahrung für den Säugling. Sie enthält mehr als 200 Bestandteile. Die Vormilch, auch „Kolostrum“ genannt, wird etwa zwölf Wochen vor der Geburt und an den ersten Tagen nach der Geburt gebildet: Sie ist gelblich und dickflüssig und enthält besonders viele Eiweiße und Vitamine. Dadurch ist sie leicht verdaulich und sogar etwas abführend, was zur Ausscheidung des sogenannten „Kindspechs“ beiträgt. Die Eiweiße enthalten Antikörper, Leukozyten und Makrophagen und bauen somit das Immunsystem auf. In den darauffolgenden ein bis zwei Wochen wird die Übergangsmilch produziert: Sie enthält vermehrt Kohlenhydrate und Fette, der Eiweißgehalt nimmt dafür zusehends ab. Erst danach stellt der Körper auf die „reife Milch“ um, welche für den Rest der Stillzeit produziert wird.

Das Stillen stellt einen wesentlichen Baustein der kindlichen Ernährung dar. Von derNationalen Stillkommission wird ausschließliches Stillen während der ersten sechs Monate empfohlen – aber auch teilweises oder kürzeres Stillen ist aus heutiger Sicht besser als gar nicht zu stillen. Ab einem Alter von fünf Monaten kann mit der Fütterung von Beikost begonnen werden.

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