Treibstoff für die Schilddrüse

Jod-Supplementation: Worauf muss bei Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit geachtet werden?

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Berlin -

Jod ist als Spurenelement essenziell für die Funktion der Schilddrüse. Vor allem Schwangere und Stillende müssen aufgrund ihres erhöhten Bedarfs auf eine ausreichende Versorgung achten. Bei manchen Schilddrüsenerkrankungen ist jedoch Vorsicht geboten. Eine Übersicht als Download gibt es hier.

Jod kann vom menschlichen Körper nicht selbst produziert werden. Daher muss das Spurenelement über die Nahrung zugeführt werden. Oft kann eine ausreichende Versorgung vor allem bei erhöhtem Bedarf – zum Beispiel während einer Schwangerschaft – mit der Nahrung jedoch nicht gedeckt werden. Dann ist die Einnahme von Schwangerschafts-Supplementen mit Jod sinnvoll.

Erhöhter Jod-Bedarf in Schwangerschaft & Stillzeit

Ohne Jod werden keine Schilddrüsenhormone produziert. Diese sind jedoch wichtig für verschiedenste Funktionen und Stoffwechselprozesse im Körper. In der Schwangerschaft steigt der tägliche Jodbedarf von 200 auf 230 Mikrogramm, in der Stillzeit sogar auf 260 Mikrogramm. Ab der 12. Schwangerschaftswoche beginnt die Schilddrüse des Fötus mit der eigenen Hormonproduktion. Dabei ist sie hierfür vorwiegend auf das Jod der Mutter angewiesen.

Oral aufgenommen, gelangt das Jod mit der Nahrung zunächst in den Magen-Darm-Trakt. Von dort aus wird es resorbiert und über das Blut in die Schilddrüse befördert, wo es benötigt und verbraucht wird. In der Schilddrüse werden dann verschiedene Hormone produziert und ins Blut abgegeben: Besonders wichtig ist die Synthese der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3).

Kinderwunsch & Schwangerschaft mit Schilddrüsenerkrankung

Durch ein Ungleichgewicht der Schilddrüsenhormone kann es zu Erkrankungen kommen: Ein Überschuss an Hormonen führt zur Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion). Sind zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut, entsteht eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion). Beide Krankheitsbilder müssen überwacht und gegebenenfalls behandelt werden. Denn ohne eine Einstellung der Hormone kann es sich je nach Schweregrad mit dem Schwangerwerden schwierig gestalten und bei einer bereits eingetretenen Schwangerschaft den Verlauf beziehungsweise die kindliche Entwicklung negativ beeinflussen.

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