Hebammen in der Apotheke: Was darf ohne Rezept abgegeben werden?

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Berlin - Am 5. Mai findet jährlich weltweit der internationale Hebammentag statt. Er wird genutzt, um auf bestehende Versorgungsdefizite hinzuweisen und um auf den Beruf aufmerksam zu machen. In den vergangenen Jahren hat der Hebammenberuf einige Änderungen durchlaufen. In der Apotheke stellen Hebammen häufig ein wertvolles Bindeglied zu den schwangeren Frauen dar – bei der Beratung gibt es jedoch einiges zu beachten.

Hebamme zu sein bedeutet weitaus mehr als „nur“ Kinder auf die Welt zu bringen und den Schwangeren mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Denn die Hebamme gilt neben dem Gynäkologen als wichtigste Ansprechpartnerin, wenn es um Schwangerschaft, Geburtsgeschehen und Wochenbett geht. Hebammen können vor allem freiberuflich oder in Kliniken arbeiten. Die Arbeitszeiten sind dabei meist im Schichtbetrieb geregelt, oft ist jedoch auch Spontanität gefragt – denn Kinder werden 24/7 geboren. Männliche Hebammen werden übrigens Entbindungspfleger genannt, insgesamt sind sie jedoch selten, da Frauen den Beruf dominieren.

Erst im vergangenen Jahr wurde die Ausbildung reformiert: Angehende Hebammen müssen seitdem ein Studium absolvieren – eine einfache Ausbildung ist nicht mehr ausreichend. Den Studiengang Bachelor of Science of Midwifery gibt es bereits seit 2013. Die Reform soll den Beruf attraktiver machen und die Qualität der Ausbildung erhöhen. Ein Studienabschluss ermögliche, aktuelle Forschungserkenntnisse in die Betreuung einfließen zu lassen, erklärte Melita Grieshop, Professorin für Hebammenwissenschaften und Leiterin des Studiengangs Hebammenkunde an der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB).

Dabei häufen sich Berichte über Schwangere, die nur schwierig eine Hebamme finden. Denn der Hebammenberuf ist für viele nicht sonderlich attraktiv: Unter anderem werde die Bezahlung der hohen Verantwortung nicht gerecht, kritisiert auch der Deutsche Hebammenverband. In Bayern erhalten Hebammen auf Antrag mittlerweile eine Niederlassungsprämie, um einen Anreiz zu schaffen.

Am diesjährigen Welthebammentag macht der Verband daher erneut auf die Missstände aufmerksam. Unter dem Motto „Investiert in Hebammen!“ soll außerdem auf unattraktive Arbeitsbedingungen, dringend notwendige Nachbesserungen bei der Akademisierung der Hebammenausbildung und zu wenig Studienplätze aufmerksam gemacht werden.

Im Podcast EXPERTISE.A informiert die leitende Hebamme Kathrin Tolle-Radigk über ihren Alltag und wie sich der Beruf der Hebamme im Laufe der Zeit verändert hat. Außerdem gibt sie Tipps für die Offizin. Jetzt reinhören!

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