Couvade-Syndrom: Wenn Mann schwanger wird

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Berlin - „Wir sind schwanger“ – beim sogenannten Couvade-Syndrom trifft diese Aussage wortwörtlich zu: Denn Männer, die darunter leiden, entwickeln parallel zu ihrer schwangeren Partnerin ebenfalls typische Schwangerschaftssymptome. Was genau dahintersteckt, ist noch immer nicht abschließend geklärt.

Gewichtszunahme, Müdigkeit und Heißhunger: Diese Symptome kennt man eigentlich von Schwangeren. Oft entwickelt der Partner jedoch ähnliche Beschwerden. Die Rede ist dann von einer Co-Schwangerschaft oder Parallelschwangerschaft. Oft kommen neben den körperlichen Symptomen – zu denen auch Sodbrennen, Übelkeit oder Rückenschmerzen gehören können – verschiedene psychische Beschwerden hinzu: Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Ängste sind auch beim werdenden Vater keine Seltenheit.

Vorbereitung auf die Vaterrolle

Der Name des Couvade-Syndroms stammt vom französischen Wort „couver“, was soviel bedeutet wie „ausbrüten“. Ursprünglich wurde der Begriff durch die Ethnologie geprägt: Er bezeichnet Rituale, mit denen sich die Männer in anderen Kulturen auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten. Mittlerweile ist das Couvade-Syndrom jedoch in der heutigen Zeit angekommen und definiert das oben beschriebene Phänomen.

Wie viele Männer konkret davon betroffen sind, lässt sich schwer ermitteln, da die Symptome des Mannes oft belächelt oder als Witz abgetan werden, dabei kann er ebenso darunter leiden, wie die Schwangere selbst. Je nach Literatur sind zwischen 10 und 30 Prozent aller werdenden Väter von dem Syndrom betroffen – die Dunkelziffer ist wahrscheinlich wesentlich höher.

Dabei ist nach wie vor nicht genau geklärt, worin die Ursachen einer Co-Schwangerschaft liegen, auch die Studienlage ist relativ dünn. Weil es keine anerkannte medizinische Diagnose ist, wird es als „Syndrom“ eingestuft. Forscher:innen vermuten, dass es zum einen eine psychische Komponente gibt: Durch die Symptomatik können sich die werdenden Väter unterbewusst solidarisch zeigen. Evolutionsbiologen mutmaßen zudem, dass durch diesen Mechanismus die väterliche Fürsorge in Gang gesetzt werden soll.

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