Schadenersatzklagen

Valsartan-Prozess: Hersteller und Apotheken vor Gericht Tobias Lau, 25.04.2019 09:49 Uhr

Die Kläger werfen unter anderem dem chinesischen Wirkstoffhersteller Zhejiang Huahai Pharmaceuticals, seiner US-Tochtergesellschaft sowie den US-Partnerunternehmen Prinston und Solco Healthcare vor, mindestens seit 2012 von den Verunreinigungen gewusst, aber keine Konsequenzen zum Schutz der Patienten gezogen zu haben. Die Folgen seien Fälle von Leber- und Nierenschäden sowie Leber-, Nieren-, Magen- und Darmkrebs. Die Entscheidung des JPML nennt neben Huahai und seinen Tochtergesellschaften als Beklagte noch die Unternehmen Hetero USA, Camber Pharmaceuticals und Torrent Pharma. Hetero USA ist die US-Tochter des Wirkstoffproduzenten Hetero India, der ebenfalls mit NDMA verunreinigtes Valsartan produziert haben soll.

Zusammen mit dem Wirkstoffproduzenten und den Generikaunternehmen stehen auch die Apothekenketten Walgreens und Throggs Neck Pharmacy vor Gericht. Die Kläger werfen ihnen vor, durch die Abgabe des Valsartans eine Mitschuld zu tragen. Nach Ankündigung der ersten Rückrufe hatte Walgreens sich postalisch und telefonisch an Kunden gewandt, die betroffene Chargen erhielten, und sie über die Gefahr aufgeklärt.

Ob auch die Wirkstoffe Irbesartan und Losartan in das Verfahren aufgenommen werden, haben die Richter dem US-Fachportal The National Law Review noch nicht entschieden. Aber auch ohne diese wird bereits mit mehreren hundert, wenn nicht tausenden weiteren Klägern gerechnet, die sich dem Verfahren anschließen. „Ich glaube, dieses Verfahren hat das Potential, einer der größten MDL der jüngeren Geschichte zu werden“, zitiert das New Jersey Law Journal Kläger-Anwalt Geske. „Bei der Anhörung vor der JPML war auch eine Reihe von Kanzleien anwesend, die angaben, tausende Kläger zu vertreten, die ihre Klagen noch gar nicht eingereicht haben.“

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