Österreich

Revolte gegen Verbandspräsident Rehak Patrick Hollstein, 15.02.2019 14:29 Uhr

Über Monate hinweg habe man sich im Verbandsvorstand intensiv mit dem Thema beschäftigt, sagt Rehak. Ziel sei es gewesen, ein Modell zu entwickeln, dass transparent und nachvollziehbar sei und Unwägbarkeiten damit weitgehend ausschließe. Am Ende sei die beste Lösung gewesen, nur noch Menschen zu berücksichtigen, die tatsächlich vor Ort wohnen. „Apotheken sind für die Versorgungssicherheit der Einwohner zuständig“, sagt Rehak. Personen, die vor Ort arbeiteten, einkauften oder den Arzt besuchten sowie Touristen sind demnach nur eine zusätzliche Klientel.

Nach seinen Worten ändert sich durch die Umstellung faktisch nichts. „Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen gerechnet. Sie können sich sicher sein, dass hier Apotheke ein Nachteil entstehen soll.“

Doch es rührt sich massiver Protest an der Basis: Am Dienstag schrieb der Apotheker-Club Tirol alle Kollegen im ganzen Land an und beschwerte sich über das Vorgehen der Standesvertreter. Eine derartig weit reichende Änderung mit all ihren unwägbaren politischen Folgen bedürfe einer breiten Diskussion im Kollegenkreis, hieß es in dem Schreiben des Zusammenschlusses, der zwar nur rund 20 Mitglieder hat, aber seit Jahrzehnten ein Gewicht in der Standespolitik hat.

Dass die Umstellung keine Auswirkungen hat, wollen die Apotheker nicht glauben. Sie verweisen auf Deutschland, wo rechnerisch 4260 Einwohner auf eine Apotheke kommen – also trotz Niederlassungsfreiheit mehr als im Vorschlag des Verbands vorgesehen.

Auch der Mindestabstand von 500 Metern genügt Hans Jakesz (Adler-Apotheke, Wien), Sandra Kramer (Zentral-Apotheke, Innsbruck), Ursula Pollack (Paracelsus-Apotheke, Mils) und Dieter Glötzer (Karwendel-Apotheke, Jenbach) nicht. Dadurch würden allenfalls die innerstädtischen Apotheken „geschützt“. „Apotheken in Landregionen und in Randlagen von Ballungszentren sind die eigentlichen Verlierer der 4200-Regelung“, heißt es in ihrem Schreiben. Wissentlich oder unwissentlich würden diese Apotheken „geopfert“.

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